Fische zeigen
Ein Kollege erinnert sich an die Zeit, als das Nordwind-Festival 2006 in Berlin gegründet worden war: Vegard Vinge habe bei dem Schaufenster nordischen Radikaltheaters erste Arbeiten südlich des Skagerraks gezeigt, außerdem habe eine in Deutschland bis dato unbekannte dänisch-österreichische Gruppe namens SIGNA auf sich aufmerksam gemacht. Mystisch entgrenzte Arbeiten seien das gewesen, Horror, Gewalt, Unbedingtheit, etwas, das dem deutschsprachigen Theater lange Zeit fehlte.
Seit Beginn leitet Ricarda Ciontos das Festival, sonst aber hat sich viel geändert.
Am eindeutigsten der Ort: Zunächst wurde neben Berlin dezentral in Dresden, Bern und im Hamburger Produktionshaus Kampnagel gespielt, wo man mittlerweile ausschließlich zu Hause ist. Dann löste sich der Skandinavien-Bezug nach und nach auf: Auch 2021 wurden zwar die Mehrzahl der gezeigten Arbeiten in Nordeuropa produziert, eine genuin nordische Ästhetik ist aber nicht mehr erkennbar. Freilich, rückblickend meint Ciontos, dass schon vor 15 Jahren ihr Interesse weniger ein geografisches als vielmehr ein inhaltliches gewesen sei.
Mittlerweile hat Ciontos die kuratorische Entscheidungsmacht abgegeben, an ein künstlerisches ...
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Theater heute Februar 2022
Rubrik: Magazin, Seite 60
von Falk Schreiber
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ERÖFFNUNGSSONG
Gustav
Alles was ich berühr wird zu Scheisse Warum hast du mich verlassen, Vater? Du sagtest stets aufgegeben wird nur ein Brief Du führtest mich durch die stürmische Flut, in die Berge, die Straße entlang. Ich brauche dich, Vater Auf Knien bitt ich dich Ich brauche dich, Vater Glaub an mich.
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