Festival: Das ist nur Kunst

Das Hamburger Live Art Festival bringt mit «Choreografie & Protest» die Verhältnisse zum Tanzen

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Der Heidi-Kabel-Platz ist eine unwirtliche Ecke der Hamburger Innenstadt, wenn auch eine mit theatraler Aufladung. Gelegen zwischen Ohnsorg-Theater, Deutschem Schauspielhaus und Hauptbahnhof ist der Platz im Grunde nicht mehr als ein windzerblasener großer Taxistand und ansonsten Durchgangsstation für Pendler, Dropouts, Touristen und Theatergänger. Hier hat der israelische Künstler Omer Krieger ein Spielfeld für die Performance «Now (The Clash)» abgezirkelt, ein Spielfeld, auf dem Kampnagel sein 7. Live Art Festival unter dem Titel «Choreografie & Protest» eröffnet.

In «Now (The Clash)» treffen hochgerüstete Polizisten auf eine Gruppe Demonstranten, stürmen aufeinander zu, lösen sich voneinander. Krieger dekonstruiert ritualisierte Formen dieses Zusammentreffens, schält den performativen Gehalt aus den Protest-Repressions-Strukturen. Vermummung und Panzerung sind Kostüme, das Spiel aus Vorrücken und Zurückweichen ist eine Choreografie – als Einstimmung auf das Festivalthema funktioniert die Performance. Über 60 Minuten kommt Kriegers Arbeit allerdings in­haltlich recht dünn daher, zumal die Inszenierung weitgehend stumm bleibt: Einzig gebrüllte Marschbefehle und der ...

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Theater heute August/September 2015
Rubrik: Magazin, Seite 69
von Falk Schreiber

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