Es gibt nur den Krieg
In Karlsruhe geht die Bombe gleich am Anfang hoch. Der «gute Gott» überreicht Jennifer ein Paket. Dann knallt’s. In Ingeborg Bachmanns Hörspiel «Der gute Gott von Manhattan» von 1957 steht die Szene am Ende. Es ist aber noch weiteres anders in der Karlsruher Bühnenfassung, die Anaïs Durand-Mauptit inszeniert hat – als Bachelorarbeit im Fach Regie, das sie an der Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg in Ludwigsburg studiert hat.
Bachmanns Hörspiel ist keine einfache Aufgabe für eine Bühnenadaption.
Es geht in diesem Stück um Utopien der Liebe und die Unmöglichkeit, diese zu realisieren, außerdem um die zerstörerische Kraft bedingungsloser Liebe. Der Faschismus, schrieb Bachmann, finge an in den Liebesbeziehungen. «Es gibt nicht Krieg und Frieden, es gibt nur den Krieg.» Die heftig aufflammende Liebe zwischen Jennifer und Jan, die sich als Reisende in New York kennenlernen und ein paar intensive gemeinsame Tage in der Stadt und ihren Hotelzimmern verbringen, könnte scheitern, weil Jan die vorher gebuchte Schiffspassage zurück nach Europa am Ende doch antreten wird. Kurz vor diesem etwaigen Liebesverrat geht die Bombe hoch. Der «gute Gott», jegliche Form unkonventioneller ...
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Theater heute Februar 2022
Rubrik: Chronik, Seite 53
von Verena Großkreutz
Martin Laberenz baut die Kritik an seinen «Verlorenen Illusionen» nach Balzac am Theater Basel gleich in den Text ein. «Das soll nicht so skizzenhaft bleiben», lässt er Julian Anatol Schneider nach der Pause sagen. Bis dahin hat die Inszenierung tatsächlich reichlich skizzenhaft das Leben des Lucien de Rubempré nachgezeichnet, der in Paris Dichter werden will. Und...
ERÖFFNUNGSSONG
Gustav
Alles was ich berühr wird zu Scheisse Warum hast du mich verlassen, Vater? Du sagtest stets aufgegeben wird nur ein Brief Du führtest mich durch die stürmische Flut, in die Berge, die Straße entlang. Ich brauche dich, Vater Auf Knien bitt ich dich Ich brauche dich, Vater Glaub an mich.
Herzlich Willkommen Schwestern und Brüder Kunstgenießer...
«Schaut mich an» ist der letzte Satz in Fatih Akins «Aus dem Nichts», das im Rahmen des Festivals «Kein Schlussstrich!» am Theater in Zwickau Premiere hatte. Er ist ein Aufruf gegen das Vergessen und ein Plädoyer, die Opfer und nicht die Täter in den Fokus zu nehmen. Die damalige Bundeskanzlerin Merkel äußerte sich bei der offiziellen Trauerfeier für die Opfer des...
