Entgleisung und Verzweiflung
Einmal eine grünlich vermoderte und wasserunterspülte Bretter-Bruchbude als nach allen Seiten vernagelte Familiengruft, einmal eine piccobello furnierte Wohn-Esszimmer-Kombination mit offener Terrasse in Cinemascope-Breitformat. Einmal zeitlos stilisierte Familienaufstellung, einmal psychologischer Realismus im 40er-Jahre-Ambiente. Einmal choreografiert entgleisendes Herumspritzen mit Wasser, Whisky und Wahrheiten, einmal differenzierte Darstellung der Abrechnung im Absturz.
Einmal fatal verstrickte Verhaltenstypen, die das Muster ihrer gegenseitigen Selbstzerstörung als gespenstische Wiedergänger durchlaufen. Und einmal gegenseitige Verletzungen, die sich nur diese Individuen in nur diesem Moment zufügen können. Eine kurzfristige Spielplanänderung in Karlsruhe hat dazu geführt, dass im südlichen Bindestrich-Land kurz nach dem Württembergischen auch das Badische Staatstheater Eugene O’Neills autobiografisches Suchtfamiliendrama herausbrachte. Das Ergebnis: zwei eklatant verschiedene, jeweils auf ihre Weise überzeugende Inszenierungen.
In Stuttgart beschwört Barbara-David Brüesch das Geisterhafte der Situation: Wenn im ersten Akt die Familie Tyrone – der reiche und geizige ...
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Hey, Professor, übernimm dich nicht, rief sie mir zuletzt am Telefon zu, ich brauch dich doch, und dann kicherte sie wie ein Backfisch, wie sie es so gerne tat; albern nannte sie mich Higgins und sich Eliza, als ob irgendjemand ihr noch irgendetwas hätte beibringen können. Wie immer dann rheinische Abschiedsgrüße: Mach et joot!
Nun also hat sie sich selber...
Es gibt in Zürich unter den Theatergängern die Masucci-Debatte. Die einen finden, dass Oliver Masucci immer aussieht wie nach einem Boxkampf oder Pornodreh, und dass diese Repräsentation von Männlichkeit beziehungsweise diese Art von Mannsein doch einfach ganz und gar uninteressant sei. Die andern finden es unendlich erfrischend, dass da nach Jahren, ja nach...
Es ist wahrscheinlich eines der aufwändigsten Bilderbücher, die je erschienen sind, ein veritables Stück Buchkunst, das nach den vielen virtuellen Hamletvariationen der letzten Jahre nun auffällig ausdrücklich auf physische Präsenz und Sinnlichkeit setzt: Herbert Fritschs neueste hamlet_X-Darreichung, für die er sich diesmal mit Sabrina Zwach, Dramaturgin und...
