Endlich groß denken
Theater heute Ende vergangenen Jahres meldeten die Pressestellen Ihrer Spielstätten, dass der Haushaltsausschuss zur Förderung eines neuen Verbundprojekts von sieben internationalen Produktionshäusern zwölf Millionen Euro für die nächsten drei Jahre bereitgestellt hat. Beteiligt sind Mousonturm, FFT Düsseldorf, HAU Hebbel am Ufer, Kampnagel Hamburg, Hellerau, PACT Zollverein Essen, Tanzhaus NRW.
Was ist das für ein «Bündnis»? Hat der Haushaltsausschuss plötzlich sein Herz für die Freie Szene entdeckt, oder haben Sie sich zusammengeschlossen?
Annemie Vanackere Wir sind zunächst zusammengekommen, um uns auszutauschen. Das fing vor etwa zwei Jahren an und war so hilfreich, dass wir es mittlerweile sehr strukturiert und regelmäßig tun. Wir sprechen über Arbeitsweisen, Finanzierungsmodelle, über bestimmte KünstlerInnen, Programmgestaltung – all das …
TH … Wir dachten, die Häuser seien schon länger im Gespräch, schließlich gibt es seit Jahren viele Koproduktionen und Gastspiele.
Amelie Deuflhard Ja klar, das sind wir auch. Aber als vor einem Jahr die Debatte um die Zukunft der Volksbühne begann, wurden wir auch oft mit der Behauptung konfrontiert, dass wir, die Produktionshäuser, alle ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute August/September 2016
Rubrik: Freie Szene, Seite 20
von Eva Behrend, Franz Wille
Ein schmaler Junge eilt entschlossen einer ungewissen Zukunft entgegen. Sein Ziel liegt in Finsternis, unerreichbar womöglich, aber was stört das einen, der die Lederjacke so offen und die Mundwinkel so rebellisch verschlossen trägt. Dass er seinem Gestus der Siebenmeilen-Slowmotion zum Trotz auf der Großen Bühne des Theaters Basel praktisch auf der Stelle...
Die russische Seele ist ein schwarzes Loch. Und zwar eines ohne Boden. Ob Wodka, Rubel oder Moral – alles versickert auf Nimmerwiedersehen. In Stuttgart sind es genau genommen gleich zwei schwarze Löcher, gebildet von den Augenhöhlen eines riesigen Schädels, der in der Bühnenmitte thront. Dieser Schädel, militärisch behelmt und mit Schutzbrille, ist Spielort und...
Die letzte Berliner Premiere vor der Sommerpause war ein öffentliches Briefduell. Eröffnet von Mitarbeitern der Berliner Volksbühne, die einmal mehr ihrem Misstrauen gegenüber Castorf-Nachfolger Chris Dercon mit schwankhaften Falschmeldungen Ausdruck gaben, gekontert von Dercons illustren Museumskollegen mit einer englischsprachigen Epistel, die klang wie von...
