Endlich groß denken
Theater heute Ende vergangenen Jahres meldeten die Pressestellen Ihrer Spielstätten, dass der Haushaltsausschuss zur Förderung eines neuen Verbundprojekts von sieben internationalen Produktionshäusern zwölf Millionen Euro für die nächsten drei Jahre bereitgestellt hat. Beteiligt sind Mousonturm, FFT Düsseldorf, HAU Hebbel am Ufer, Kampnagel Hamburg, Hellerau, PACT Zollverein Essen, Tanzhaus NRW.
Was ist das für ein «Bündnis»? Hat der Haushaltsausschuss plötzlich sein Herz für die Freie Szene entdeckt, oder haben Sie sich zusammengeschlossen?
Annemie Vanackere Wir sind zunächst zusammengekommen, um uns auszutauschen. Das fing vor etwa zwei Jahren an und war so hilfreich, dass wir es mittlerweile sehr strukturiert und regelmäßig tun. Wir sprechen über Arbeitsweisen, Finanzierungsmodelle, über bestimmte KünstlerInnen, Programmgestaltung – all das …
TH … Wir dachten, die Häuser seien schon länger im Gespräch, schließlich gibt es seit Jahren viele Koproduktionen und Gastspiele.
Amelie Deuflhard Ja klar, das sind wir auch. Aber als vor einem Jahr die Debatte um die Zukunft der Volksbühne begann, wurden wir auch oft mit der Behauptung konfrontiert, dass wir, die Produktionshäuser, alle ...
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Theater heute August/September 2016
Rubrik: Freie Szene, Seite 20
von Eva Behrend, Franz Wille
Von wegen Theaterferien: Die Festivalsaison geht weiter!
In malerischen Industrieruinen empfängt Johan Simons’ zweite Ruhrtriennale, und in Avignon nimmt Julien Gosselin einen neuen Anlauf auf Roberto Bolanos Großroman «2666».
Die Redaktion muss erstmal ausspannen und ist ab 24. August wieder erreichbar.
Das Jahrbuch Theater 2016 erscheint am 26. August...
Nach 14 Tagen sackte der artivistische Riesenballon, den das Zentrum für Politische Schönheit mit der zartfühlenden Aufschrift «Flüchtlinge fressen» in einer «Bundeserpressungskonferenz» aufgeblasen hatte, schlaff in sich zusammen: Kein Flüchtling wurde gefressen, und kein Syrer gelangte an Bord der «Joachim 1» von Izmir nach Berlin Tegel. Denn beides hatte das...
«Meide die Popkultur», riet der Lieder- und Theatermacher PeterLicht einst, «die Popkultur ist nicht gut für uns.» Und der Sänger hatte Recht: Die Popkultur ist eine Fabrik, die Talente einsaugt und Wracks ausspuckt. Zumindest beschreibt Joey Goebel den Komplex in seinem Roman «Torture the Artist» (auf Deutsch 2005 als «Vincent» erschienen) so: Der Held wird als...
