Eine Reise zu den Wurzeln

Wajdi Mouawads «Küste»

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Ausgerechnet in der Nacht, in der Wilfried den besten Sex seines Lebens hat, erfährt er vom Tod seines Vaters. Ein Vater, den er kaum gekannt hat. Da dem Toten die Familiengruft von der Verwandtschaft mütterlicherseits verweigert wird, muss Wilfried eine Odyssee in das vergessene und vom Krieg verwüstete Heimatland seines Vaters beginnen, um ihn zu begraben.



Was kann man gegen das Vergessen tun? Wie sich erinnern? Können auf dem Theater Krieg, Gewalt und Tod verarbeitet werden? Wajdi Mouawad stemmt sich gegen das Verdrängen von Geschichte, indem er Geschichten sammelt und versucht, Gedächtnisräume zu schaffen. Vor dem Hintergrund der eigenen Biografie begreift er sein Theaterschaffen als kulturelle und künstlerische Identitätssuche. Wajdi Mouawad stammt aus dem Libanon: ein Land, dessen Hauptstadt Beirut vor dem Bürgerkrieg von 1975 bis 1991 als Paris des Ostens bezeichnet wurde. Als 8-Jähriger flieht er mit seiner Familie nach Paris. Lange habe er keine Verbindung zwischen seinem Exil und dem Krieg hergestellt, sagt Mouawad in einem Interview. In Quebec, wohin die Familie später emigriert, stellt er fest, dass er weder etwas über den Libanon noch über den Krieg weiß. Schmerzhaft ...

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Theater heute Jahrbuch 2010
Rubrik: Die neuen Stücke der Spielzeit, Seite 190
von Marie Rötzer

Vergriffen
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