Eine Grenze verschwindet

Es waren einmal 870 Kilometer innerdeutscher Grenzzaun, dazu 167,8 km Berliner Mauer um die drei ehemaligen Westsektoren: eine gestaffelte Unüber­windlichkeit aus 10 Metern «Kontrollstreifen», einem 500 Meter tiefen «Schutzstreifen» sowie, wo es ging, einer 5 km weiten «Sperrzone». Verbaut waren auf 440 km Selbstschussanlagen, auf 230 km Minenfelder, auf 602 km Kfz-Sperrgräben, dazu 434 Beobachtungstürme. All das ist 20 Jahre nach dem Mauerfall weitgehend demontiert oder zum Museum verewigt, in den Städten wird gebaut, den Rest holt sich die Natur zurück. Arno Declair hat sich im Sommer auf sein Motorrad gesetzt und sich dort umgesehen, wo für den Westen eine «Zonengrenze» war und für den Osten die «Staatsgrenze der DDR».

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Theater heute Jahrbuch 2009
Rubrik: 1989 – Glückliche Tage, Seite 48
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