Der Brighton-Blues
Simon Stephens war als Student Sänger und Bassist der Band «The Teasers». Und die große Liebe zur Musik des Rock, Pop, Soul, Punk und Folk spiegelt sich in allen seinen Stücken wider. Vor einigen Jahren nahm er Kontakt auf zu einem seiner größten Idole, Mark Eitzel, dem ehemaligen Leadsänger der legendären Rockband «American Music Club». Gemeinsam haben sie nun ein klassisches Musical geschrieben – oder ist es ein Theaterstück mit Musik? Auf jeden Fall ist es ein Stück über die Liebe am Ende der Welt:
«Marine Parade 23» ist die Adresse von Steves Bed & Breakfast in Brighton.
Spätsommer, Meerblick, Sonnenuntergänge, alles inklusive, wie auch der erste herbstliche Regen, der ans Fenster klatscht. Ein romantischer Ort für Verliebte und Hochzeitsreisende. Steve und Sally, das Zimmermädchen, haben nicht viel zu tun. Das Hotel hat bessere Tage gesehen. Nur wenige Zimmer sind belegt. Für ein paar Tage erhoffen sich Paare verschiedenen Alters und in unterschiedlichen Lebenssituationen hier ein Stück Romantik, etwas Sinnlichkeit, Geborgenheit.
Auf den ersten Blick scheint in «Marine Parade» das ideale Setting für ein leichtfüßiges Stück mit Musik und Happy End angelegt zu sein. Aber bei ...
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Theater heute Jahrbuch 2009
Rubrik: Stücke der neuen Spielzeit, Seite 176
von Marie Rötzer
Die höchst produktive Schizophrenie des Andreas Kriegenburg ist jetzt schon neun Jahre alt. Sie brach im Jahr 2000 aus. Da sollte er am Wiener Burgtheater «Dantons Tod» inszenieren, kombiniert mit Heiner Müllers «Auftrag», ein Revolutions-Spektakel, und war sich plötzlich vollkommen sicher, wie die Bühne dazu auszusehen hatte: Drei Wände, die nach einem Vorspiel...
Ich habe einen Preis bekommen für ein Stück, das zu einem großen Teil aus Reden besteht. Das müßte man nicht eigens betonen, aber es gibt ja auch Stücke, in denen keiner spricht. Boten berichten von etwas, von dem man nicht sprechen kann (im Unterschied zu Stücken, in denen man nicht unbedingt sprechen muß, aber darf) und von dem sie noch dazu ein Teil sind. Sie...
Im Magdeburger Schwermetall-Kombinat «Ernst Thälmann» hat der Regisseur Andreas Kriegenburg vor 30 Jahren gelernt, wie man Holzmodelle baut, nach denen Gussteile gefertigt werden. Nicht unbedingt die naheliegendste Ausbildung für einen künstlerischen Beruf. Aber der Maschinenbau hat Nachwirkungen: der Bühnenbildner des Jahres.
