Ein viel zu großes Herz
Die «Lulu» am Münchner Volkstheater ist der Abschied von Brigitte Hobmeier, die ihr Engagement zum Ende der Saison gekündigt hat, ohne dass sie zunächst etwas Neues in der Tasche hatte. Das hat sich in der Zwischenzeit geändert: Im Sommer wird die junge Schauspielerin, die inzwischen schwanger ist, zu Frank Baumbauer an die Kammerspiele wechseln. Die Lulu aber soll sie, wenn möglich, auch in der nächsten Saison am Volkstheater weiterspielen.
Hobmeiers Weggang reißt eine empfindliche Lücke in Christian Stückls junges Ensemble, in dem die 28-Jährige die herausragende Protagonistin ist. Ihre «Geierwally», ihre Viola in «Was ihr wollt», ihr Lämmchen in «Kleiner Mann – was nun?» und jetzt ihre «Lulu» gehören zum Attraktivsten und schauspielerisch Glanzvollsten, was das Volkstheater zu bieten hat. Einige am Haus dürften sich über ihren Abschied allerdings auch freuen, denn durch ihren schnellen Aufstieg zum Publikumsliebling und Jungstar des Volkstheaters hat sich Brigitte Hobmeier nicht nur Freunde gemacht.
Auch im Fall der «Lulu» wird sie mit dem Vorwurf leben müssen, die anderen gnadenlos an die Wand zu spielen. Die Männer stehen zwar schon beim Autor Wedekind unter Luschen-Verdacht, ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Der Bühnenboden ist hochgeklappt und präsentiert ein großes plastisches Bild. Es könnte eine Satellitenaufnahme des Irak sein. Wäre das der Fall, lägen unten im Süden die Ausgrabungsstätten von Ur und weiter oben Bagdad. Etwas später klappt der geopolitisch brisante Ausschnitt der Welt einfach weg und wird zum Spielgrund einer «Egmont»-Variante, in der die...
Jamie Carris hat von Anfang an keine besonders günstige Sozialprognose: Missbrauchsopfer, Selbstmordversuch, vernachlässigt, aggressiv. Simon Stephens zeigt ihn mit 18 – da hat er gerade den Liebhaber seiner Mutter niedergestochen und einen jungen Tankwart, weil er seine Rechnung nicht bezahlen konnte. Er sitzt mit Lynsey, 15, im geklauten Auto und träumt von...
Natürlich ist ein behindertes Mädchen, das als Tor zur Welt gerade das «Ficken» entdeckt hat, eine Überforderung für ihre Umgebung. Vor allem, wenn sie sich weigert, die Pille zu nehmen. Das ist in Gießen auch nicht anders als in Basel, Stuttgart oder Hamburg. Solange Dora Psychopharmaka bekommt, thront sie stumpf auf einem Stapel Metallkoffer, stiert ins Leere und...
