Ein schwarzes Loch
Vor einem Jahr wurde das hochambitionierte Projekt aufgesetzt, mit der Frage aller Fragen, vor der sich unsere Gegenwart (und die politischen Institutionen) so erfolgreich (und vermutlich folgenreich) drücken: «Welche Zukunft!?» Wohin wird das führen, zehn Jahre weitergedacht, was längst schon tiefste Verunsicherung auslöst, Big Data, Klimawandel, der Zerfall der europäischen Union, Migrationswanderungen, you name it? Ein ganztägiges «Labor» im Deutschen Theater, 13 Wissenschaftler, 250 Teilnehmer, versuchte faktenbasiert zu benennen, was werden könnte, was zu befürchten sei.
Und, so die Agenda: was wie zu gestalten sei. Die Dynamik der Workshops muss schon da stark in Richtung Dystopie gegangen sein. Im April 2018 folgte ein zweitägiges Symposium im Humboldt-Forum, um «mit Vertreterinnen und Vertretern aus Kultur, Aktivismus und Wissenschaft in verschiedenen Workshops neue Modelle von Arbeit und Lohn, Governance und Partizipation zu erarbeiten und auf Umsetzbarkeit zu überprüfen».
Nur die besten Absichten!
Aus den so gewonnenen Einsichten fügten Andres Veiel und Jutta Doberstein ihr Stück «Let Them Eat Money» zusammen, der Versuch, tatsächlich eine Geschichte zu erzählen, ...
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Theater heute November 2018
Rubrik: Aufführungen, Seite 14
von Barbara Burckhardt
Für die Bewohner von Stadtland ist das Tram 83 Sehnsuchtsort und Sündenpfuhl, Hölle und Paradies zugleich. In dem Nachtclub kommen Gauner und Prostituierte, Minenarbeiter und Studenten, einheimische Warlords und ausländische Geschäftsleute zusammen. Sie werden vom Beat wilder Jazzbands in Stimmung gebracht und von missmutigen Kellnerinnen bedient, sie vögeln auf...
In Christophe Marthalers Inszenierung von Shakespeares «Der Sturm», in der kein Sturm tobte, aber eine seltsam verzaubernde Windstille erblühte, nämlich das im Untertitel versprochene «petit rien», spielte Robert Hunger-Bühler den Ariel als grimmigen Kellner im Frack. Er schien wie die in einer Art Wartesaal versammelten Gäste sein Leben als Schiffbruch erlitten zu...
Wer gegen die «Lügenpresse» wütet, der glaubt auch, dass Gender Mainstreaming ein perfides Programm zur Gleichschaltung des Begehrens sei und nennt politisch korrekte Sprachempfehlungen verächtlich «Neusprech». Pegida und AfD haben George Orwells 1949 erschienenen Roman «1984» genau gelesen, was absurderweise zur Folge hat, dass die totalitarismuskritische Dystopie...
