Ein Schwarm Vögel
1.«Alles ist spielbar», hat Jürgen Gosch mal bei einem gemeinsamen Treffen mit Johannes Schütz und mir im Café Lubitsch gesagt. Oder genauer – um ihn vollständig zu zitieren: «Alles ist spielbar, solange es im Text vorkommt.»
Konkret ging es damals wohl darum, wie es wäre, wenn sich ein komplettes Ensemble von Schauspielern in einen Schwarm Vögel verwandelt. Oder in ein Kornfeld im Wind. Vielleicht drehte sich das Gespräch aber auch gerade um die Verwandlung in Löwen, Wölfe, Krokodile oder Skorpione.
Oder in ein Spiegelei.
2.
«Alles ist spielbar.» Das Theater von Jürgen Gosch und Johannes Schütz ist ein Theater auf der Suche nach der vollkommenen Freiheit. Es ist ein Theater der Vorstellungskraft.
3. Ich habe bei den gemeinsamen Produktionen mit Gosch und Schütz in den vergangenen Jahren immer gestaunt. Ich war immer vollkommen verblüfft – überrascht. Der Weg, den die beiden einschlagen, ist nie vorhersehbar, ist nie berechenbar. Und zuletzt vor fünf Tagen hier im Deutschen Theater bei «Idomeneus» war es wieder so.
Beide, Gosch und Schütz, sind scheinbar durch nichts aus der Ruhe zu bringen, weder durch gewalttätige Pfeffermühlen noch durch rote Eulen, weder durch wildgewordene ...
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