Ein Herz für Unorte
Unter Braunschweiger:innen gilt die Rennelbergstraße als «längste Straße der Stadt». Wer in die gerade mal 300 Meter lange Sackgasse einbiege, komme erst nach mehreren Jahren wieder raus – am Ende der Rennelbergstraße liegt ein Gefängnis, eröffnet 1885 und erst 2024 endgültig geschlossen. Die JVA Rennelberg war zuletzt eine Untersuchungshaftanstalt für bis zu 143 Häftlinge, zudem ist das Gelände auch ein historisch belasteter Ort – während der NS-Diktatur waren hier unter anderem Oppositionelle wie der spätere DDR-Ministerpräsident Otto Grotewohl inhaftiert.
In Zukunft soll das über 13.000 Quadratmeter große Grundstück, das sich mitten in einem Wohngebiet befindet, aufgewertet werden, die Stadt plant «Gastronomie, Kulturprojekte und Wohnungsbau». Bis es aber soweit ist, bespielt das Festival Theaterformen den Komplex, unter der Überschrift «No Prison» finden hier Performances, Konzerte, Installationen und Rundgänge statt, außerdem befindet sich in einem Verwaltungsgebäude das Festivalzentrum.
Über die Veranstaltungen in der Justizvollzugsanstalt sprechen die «Theaterformen» ein Publikum an, das nicht die klassische Festivalblase repräsentiert, sondern Braunschweiger:innen, für die ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Oktober 2026
Rubrik: Festivals, Seite 26
von Falk Schreiber
AACHEN, DAS DA THEATER
29. Meyer/Amend, Dieses bescheuerte Herz
R. Maren Dupont
AACHEN, GRENZLANDTHEATER
9. Kettering, Schwarze Schwäne
R. Alexander Ritter
23. Vekemans, Gift. Eine Ehegeschichte
R. Harald Demmer
AALEN, THEATER
3. de Cervantes, Don Quijote (U)
R. Jan Jedenak und Tonio Kleinknecht
ALTENBURG/GERA, THEATER
17. Rucker und Corte, Ich hasse Menschen (U)
...
Auch das gehört zu Avignon: lange Abende, kurze Nächte. Wenn sie im Freien stattfinden, beginnen die Vorstellungen um zehn, halb elf Uhr abends und dauern oft bis in die frühen Morgenstunden. Den Rekord hält Olivier Py mit «La Servante» – 24 Stunden. Aber auch Wajdi Mouawad schaffte es bis acht Uhr morgens, der Zuschauer verließ das monumentaltheatrale Gemäuer des...
«Krieg ist die Hölle», wusste schon General Sherman im amerikanischen Bürgerkrieg, das habe aber die Menschheit nicht davon abgehalten, die Erde regelmäßig in eine Hölle zu verwandeln. Dabei gilt diese Feststellung nicht nur für die Front selbst, sondern auch für das Leben der Menschen fernab in einem kirgisischen Dorf während des Zweiten Weltkriegs, das im Zentrum...
