Ein gefräßiges Monster
ORPHEAI heißt die KI, die uns beobachtet, die uns liest, mitliest, uns analysiert und auswertet, die alles speichert, alle Daten und mehr und mehr Daten über uns – ein gefräßiges Monster, dass immer größer wird, das mit allen Daten, die es frisst, weiter wächst. Sie, die immer schon da ist, wo wir hinkommen, zu Hause, im Zug oder bei der Arbeit: «… das hier das dir beim surfen über die finger das in deinen daten wühlt das hier ist der künstliche gesang einer zukunft in der nicht mehr sicher ist ob ich das hier gesagt habe.
» Entwickelt wurde ORPHE -AI von einem Autor mit Namen Thomas Köck, so heißt es jedenfalls. «ki essen seele auf (OR -PHEAI)» ist der erste Text, der aus Sicht einer KI geschrieben wurde. Sie, die weibliche Stimme ORPHEAI, erzählt in mehreren Gesängen von den Abhängigkeiten zwischen Menschen und Technologie. Dabei ist ORPHEAI alles andere als unschuldig. Sie nutzt ihre Allwissenheit und ihre Macht aus, klaut und sammelt alles an Daten und Informationen, was sie kriegen kann.
Zentrales Thema im neuem Theatertext des österreichischen Dramatikers Thomas Köck, den er für das Schauspiel Stuttgart geschrieben hat, ist der Daten- und Überwachungskapitalismus. «ORPHEAI ...
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Theater heute Jahrbuch 2025
Rubrik: Neue Stücke, Seite 158
von Gwendolyne Melchinger
Ich glaube, das Gebot der Stunde lautet Kooperation, im Gegensatz zu einer Gesinnung, in der es als Erfolg gilt, sich die Welt Untertan zu machen. Das 20. Jahrhundert ist noch nicht lange her, und es wuchert noch kräftig zu uns herüber. Angesichts der globalen Bedrohungslagen unseres Jahrhunderts ist jedoch Kooperation die einzig logische Schlussfolgerung –...
Chor Sie
Dienerin meinen Sie ich könnte auch studieren die qualvollen Erinnerungen an den Schmutz das Elend die Niedrigkeit alles dessen was mir nahe ist nimmt mir die Kraft zur Auflehnung gegen das scheinbar Unabänderliche ich habe mich ja der eigenen Liquidation preisgegeben
Chor man muss nicht jede Mode mitmachen
Dienerin Ach ja Sie sind die Erste die mir...
ch halte meine Nase in den Wind. Ich atme ein. Ich schließe die Augen. Die Sonne scheint mir direkt ins Gesicht. Würdest Du neben mir stehen und mir direkt ins Gesicht schauen, würdest Du sehen: jedes einzelne kleine Härchen auf meiner Haut strahlt goldentransparent. Ich konzentriere mich auf das Rauschen des Windes. Ich glaube, es zu hören, wie es sich um...
