Ein Bärendienst
Eigentlich hätten sie einen Dokumentarfilm machen wollen. Über ihre persönliche Begegnung mit einem eurasischen Braunbären. Doch nach ersten Interessenbekundungen sei Netflix dann abgesprungen: zu unspektakulär das Ganze. Und die Sache mit den O-Tönen, dem Bärengrollen, erwies sich – so gesteht der Musiker Thomas Leboeg – als eher schwierig. Der zweite Versuch, die Story mit Lilith Stangenberg auf die Bühne zu bringen, sei leider ebenfalls gescheitert. Der Bär, der gecastet worden war, sei nicht zu bändigen, die Garderobe bald zerstört gewesen.
Die Lässigkeit, mit der lynn t musiol und Christian Tschirner im Malersaal von ihren vermeintlichen ursprünglichen Plänen erzählen, ist entwaffnend, selbstironisch und charmant. Und gibt den humorvollen Unterton des Abends vor. Mit «Tag der Bären» ist er übertitelt, ausgehend von dem gleichnamigen Stück der Theaterautorin Ana Trpenoska. Ob es sich an dem Abend um die Uraufführung des Stücks oder um die szenische Wiedergabe einer Recherchereise handelt, bleibt unklar.
Trpenoska immerhin stammt aus Nordmazedonien, einem Land, in dem noch einige Hundert Braunbären leben, ein Land, in das musiol und Tschirner im Auftrag des Internationalen ...
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Theater heute Mai 2025
Rubrik: Chronik, Seite 57
von Katrin Ullmann
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