Dünne Luft da oben
Der Mount Everest, benannt nach einem britischen Geodäten und Offizier, der dereinst die Vermessung des Subkontinents Indien leitete, ist der höchste unter den vierzehn Achttausendern. Dass er zunächst nur Peak XV hieß, erfährt man zu Beginn des Theatertextes, der kurz darauf auch preisgibt, dass die Ehre der Namenspatenschaft eigentlich einem «blitzgescheiten bengalischen Mathematiker und leitendem Rechner der Vermessungsaktion» zugestanden hätte. Radhanath Sikdars Messung im Jahr 1852 habe aus dem Peak XV den höchsten aller Berge gemacht.
Doch sein Bildnis habe es lediglich auf «eine Sonderedition der 5-Rupien-Briefmarke» der indischen Post geschafft.
Wir sind noch im Prolog von «Hummer & Durst», mit dem das Pfalztheater Kaiserslautern die aktuelle Saison eröffnete. Mit der Uraufführung stellte sich indirekt auch Stephan Beer vor, der seit der Amtsübernahme des neuen Intendanten Johannes Beckmann die Schauspiel -abteilung des Pfalztheaters leitet. Die Regie der Eröffnungsinszenierung überließ er Franziska Stuhr, und sie geht das Ganze eher defensiv an, nämlich nicht so, wie es angekündigt wird: als «gierige Groteske» (Engler) oder als «irrwitzige Groteske über unsere ...
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Theater heute März 2024
Rubrik: Chronik, Seite 58
von Jürgen Berger
Als Elisabeth Trissenaar und Hans Neuenfels Anfang der Achtziger, damals schon seit bald zwanzig Jahren ein Künstlerlebenspaar, ans Westberliner Schillertheater kamen, eroberte «die Trissenaar» die schaubühnenverwöhnte Mauerstadt mit einer überrumpelnden Doppelgesichtigkeit: als weißgewandete und traumschön gelockte Iphigenie samt edlem Gesten- und...
Ich musste die Tür zum Gang schließen», erklärt ein Bruder seiner Schwester in Julio Cortazars fantastischer Erzählung «Das besetzte Haus». «Sie haben den hinteren Teil übernommen.» Abgeschieden und allein lebt das Geschwisterpaar in einem alten Haus, das sie mit ihren Eltern und ihrer Kindheit verbindet, als plötzlich dunkle Mächte eindringen, das Haus nach und...
Es war ein grauer, spätwinterlicher Märztag in Bremen. Ich war zur ersten persönlichen Begegnung mit George Tabori verabredet, bei ihm zu Hause im Hochparterre eines Gründerzeithauses. An der Tür öffnete eine zierliche junge Frau in einem eher sommerlich hellen Kleid und führte mich in das geräumige Wohnzimmer, an dessen Ende hinter einem niedrigen Teetisch statt...
