Dokumentarfilm: Die Ordnung der Erfahrungen
Es beginnt märchenhaft. Das erste Bild von Thomas Heises neuem Film «Heimat ist ein Raum aus Zeit» ist die langsame Bewegung nach oben, einen grünen Pfahl entlang, der auf Waldboden steht. Am Ende des Pfahls ist ein Schild angebracht mit den Worten: «Nach der Legende stand hier Großmutters Haus.» Was dann folgt, ist allerdings keine Fabel, sondern Dokumentarismus im nüchternsten Sinne. Es werden Texte vorgelesen: Aufsätze, Essays, Aktennotizen, vor allem aber Briefe und Tagebucheinträge aus der Familie des Filmemachers. Drei Generationen, vom Beginn des 20. bis zum Anfang des 21.
Jahrhunderts. Drei Stunden und vierzig Minuten lang. Dazu sind Bilder zu sehen, die zu diesen Texten eher vage Verbindungen halten.
Dokumente des Nicht-Darstellbaren
Diese Anordnung ist einfach, aber nicht im Sinne von schlicht oder unterkomplex. Man mag sich fragen, warum der Stoff ein Film werden musste und kein Radiofeature oder eine szenische Lesung auf der Bühne. Die leichteste Antwort wäre: Thomas Heise ist Filmemacher (obwohl er, als er nicht Filmemacher sein konnte in der DDR und zu Beginn der neunziger Jahre, auch Originalton-Hörspiele gemacht hat und durch die Bekanntschaft mit Heiner Müller ...
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Theater heute November 2019
Rubrik: Magazin, Seite 67
von Matthias Dell
Aachen, dasda theater
28. Projekt, Die Wolke (U)
R. Tom Hirtz
Aachen, Grenzlandtheater
5. nach Spoerl, Die Feuerzangenbowle
R. Udo Schürmer
Aachen, Theater
14. nach Poe, Unheimliche Geschichten
R. Stefan Rogge
15. nach Kipling, Das Dschungelbuch
R. Jenke Nordalm
22. Hübner und Nemitz, Furor
R. Lilli-Hannah Hoepner
Aalen, Theater der Stadt
24. Fillers und Schnitzler,...
Nur was objektiv wahr ist, ist gut und wird in «Das große Heft» eingetragen. Gefühle gehören nicht dazu. Diese trainieren sich die namenlosen Zwillinge, die während des Zweiten Weltkriegs zur Großmutter in ein kleines ungarisches Dorf ausquartiert wurden, systematisch mit speziellen Übungen ab. Drei Tage nichts zu essen gehört noch zu den leichteren. Bis aufs...
In «Ausweitung der Kampfzone» von 1994 steckt schon der ganze spätere Houellebecq. Ein etwas antriebsschwacher Ich-Erzähler mit akademischem Hintergrund in einigermaßen gesicherten ökonomischen Verhältnissen verliert langsam die Sinnbezüge zu seinem Leben und trudelt zunehmend distanziert durch ein paar zufällig und ziellos erscheinende Alltagsstationen Richtung...
