Django ist schwul

Das Festival Kinderstücke in Mülheim – eine Jury-Erfahrung

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Kinder, heißt es ja gerne, sind das beste Publikum. Mein Sohn, der bald seinen fünften Geburtstag feiert, hat ihn noch, diesen unmittelbaren Ausdruck bar jeder bildungsbürgerlichen Publikumskonvention: Wenn ihn das Bühnengeschehen interessiert, folgt er ihm aufmerksam, stellt viele Fragen und ruft Kommentare in den Raum. Wenn es ihn langweilt, schaut er sich sehr schnell nach einer anregenderen Beschäftigung um, versucht, andere Zuschauer ins Gespräch zu verwickeln oder macht es sich ausgestreckt über drei Plätze gemütlich.

Dieses herrlich zwanglos agierende Kind hätte mich eigentlich in meiner Eigenschaft als eine von drei Juroren der Mülheimer «Kinderstücke» in alle fünf Aufführungen begleiten sollen, als eine Art menschlicher Lackmustest.

Schon nach der zweiten Aufführung habe ich kapituliert. Zum einen, weil vier der fünf eingeladenen Stücke sich an Kinder ab 8 oder älter richteten – eine Altersangabe, an die sich zwar niemand halten muss, die aber erfahrungsgemäß ziemlich richtig liegt. Zum anderen, weil natürlich auch in einer Jury für Kinderstücke gilt: Am Ende, nach den ganzen Argumenten, zählt der persönliche Geschmack, nicht der des Publikums – und am allerwenigsten das, ...

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Theater heute Juli 2015
Rubrik: Magazin: Kinderstücke, Seite 60
von Eva Behrendt

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