Diverse Heimatszenen

In Köln, Berlin und Dresden wird Integration verhandelt: Nuran David Calis’ «Istanbul», Necati Öziris «Get deutsch or die tryin’» und Ibrahim Amirs «Homohalal»

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Wer wissen will, wie es um das deutsch-türkische Verhältnis steht – sowohl unter Deutschen und Türken wie unter Deutschtürken – der ist in der Kölner Keupstraße am richti­gen Ort. Gleich nebenan, im Depot des Kölner Schauspiels, hat Nuran David Calis ein Sequel seiner szenischen Interkultur-Recherchen «Die Lücke» (2014) und «Glaubenskämpfer» (2016) aufgelegt, das unter dem Eindruck des türkischen Verfassungsreferendums etwas anders ausgefallen ist als geplant.

Das bei allen Unterschieden bisher doch ziemlich heimelige gegenseitige Verstehenwollen zwischen den Communities wird in «Istanbul» einem gründlichen Stresstest ausgesetzt.

Zunächst bestimmen Menschenrechtsverletzungen den Common Ground. Auf die eindrucksvolle Verlesung eines Briefs der vorläufig freigelassenen Schriftstellerin Arsli Erdogan folgt ein nicht weniger ergreifender Haftbericht von Dogan Akhanli. Er war nach dem Militärputsch 1980 als Kommunist verhaftet und gefoltert worden, konnte mit seiner Familie 1991 nach Deutschland fliehen und lebt als Schriftsteller in Köln. 2010 wurde er am Istanbuler Flughafen wieder festgenommen, als er seinen sterbenden Vater besuchen wollte, und kam erst nach Monaten durch ...

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Theater heute Juli 2017
Rubrik: Neue Stücke, Seite 27
von Franz Wille

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