Dissidenten aller Länder, vereinigt euch!
«Der Feind ist unsere eigene Frage als Gestalt.» (Carl Schmitt)
Krieg, grassierender Nationalismus, Klimakatastrophe, Inflation, Energiepreisexplosion, riesige sozioökonomische Krise. All das hängt zusammen und verstärkt sich wechselseitig und lässt sich – wenn überhaupt – nur in einer weltweiten gemeinsamen Kraftanstrengung bekämpfen, über alle politischen Gegensätze hinweg. Dazu trägt die Tendenz zum Kommunikationsabruch, die wir gerade erleben, sicher nicht bei.
Nichtkommunikation und Gewalt(-androhung) gelten plötzlich als ganz normaler Umgang zwischen Nationen. Kriegsbegeisterung macht sich breit. Wer etwas dagegen hat und ernsthaft Verhandlungen anmahnt, betreibt das Geschäft des Feindes, gleichgültig, wo er herkommt. Das ist zur Zeit der einzige Konsens, den es zwischen der Ukraine und Russland gibt. Und auch bei uns ist dieser Kurzschluss weit verbreitet. Die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln scheint nur noch eine Möglichkeit zu kennen: vollständige Unterwerfung des Feindes und anschließende Sicherheitsverwahrung. Es wird nicht diskutiert. Mit dem Feind spricht man nicht. Seine Kultur und Geschichte werden getilgt. Er muss erstmal vernichtet werden, dann kann man ...
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Theater heute 10 2022
Rubrik: Magazin, Seite 71
von Carl Hegemann
Am 26. Juni starb in Basel der Theater- und Opernregisseur Hans Hollmann, dessen wesentlichster Charakterzug Neugierde war, das Beobachten von Menschen und das Interesse für die Magie der Sprache, «die ausgestellt werden muss, nicht etwa erlebt werden darf». Wenn er auch in den Jahren 1960 bis 1990 rastlos an fast allen deutschsprachigen Bühnen inszenierte, machte...
«Wie alles endet» am Theater Basel beginnt am Ende und endet in der Mitte. Zu Beginn versuchen drei Frauen, den sich schließenden Vorhängen zu entkommen. Am Ende steigen sie souverän über die Vorhangstangen hinweg und konsta -tieren: «Wir stecken in der Mitte fest.» Die drei sind zusammengekommen, weil in zwei Stunden die Welt untergeht und sie nicht wissen, was...
Stalin soll derart panische Angst vor einem Attentat gehabt haben, dass seine Leibwächter wiederum panische Angst hatten, ohne ausdrücklichen Befehl das Schlafzimmer des «Stählernen» zu betreten. Als er eines Morgens infolge eines Schlaganfalls zusammenbrach, lag er wohl stundenlang vor seinem Bett, bis endlich jemand wagte, die Tür zu öffnen. Da war es allerdings...
