«Dieser Ort braucht das Theater mehr als jeder andere»
In Belfast, Nordirland, ist die Kluft zwischen Protestanten und Katholiken seit dem im Karfreitagsabkommen beschlossenen Waffenstillstand von 1998 sogar noch gewachsen. Die preisgekrönten Stücke der aus Nordirland stammenden Dramatiker Mary Jones, Tim Loane und Daragh Carville am Tinderbox Theatre spiegeln die Situation in Belfast, das um den Titel der Kulturhauptstadt 2008 im Rennen war, dann aber vom britischen Liverpool ausgestochen wurde, mit selbstironischem Humor wieder.
«The Troubles» nennen die Inselbewohner den Nordirlandkonflikt, ein zurückhaltendes Wort für eine schmerzhafte Geschichte, die bis heute das Land beherrscht – und auch die Themen der Dramatiker.
Die versuchen sich, sagt Hanna Slättne, die Dramaturgin des Tinderbox Theatre, einerseits von diesem thematischen Label zu befreien, das ihnen als nordirische Autoren «von London» aufgedrückt wird, wollen sie dort produziert werden. Andererseits gibt es kaum ein Stück, in dem der Konflikt zwischen Nordirland und England, Katholiken und Protestanten, Loyalisten und Republikanern nicht in irgendeiner Form vorkommt.
Theater im Gericht: «Convictions»
Das 1988 gegründete Tinderbox Theatre ist ein New Writing Theater, das ...
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