Die Welt in den Kopf blasen
Scheinbar ohne Aufwand, scheinbar mit ihrer bloßen Anwesenheit auf einer Bühne, erschafft Margit Bendokat eine Welt. Man hat dabei den Eindruck, als würde sie gar nicht viel tun, als würde sie bloß Texte aufsagen, oder sie rufen, als würde sie einfach nur stehen, wenn sie steht, gucken, wenn sie guckt. Und dennoch ist sie eine Welt. Dabei ist sie nicht unbedingt dezent. Ihr Spiel ist ja alles andere als naturalistisch (obwohl sie das sicher auch kann).
In großer Form wird Text Richtung Publikum deklamiert, alles ist ohne Scham übertrieben, jede Bewertung, jeder Schritt scheint überartikuliert, dabei aber nie hohl oder manieriert.
Auf Proben wird einem schon mal der Kopf weggeblasen, wenn Margit sich einfach so in irgendein Geschehen hineinwirft und loslegt – auch ganz ohne die Absicherung durch irgendeine Figur oder eine definierte Situation. Nicht viele Schauspieler können das mit einem solchen Mut, einer solchen Lust am Risiko: etwas spielen, ohne vorher zu wissen, wo es herkommt oder worauf es hinausläuft – und dabei dennoch klar bleiben. Und immer mit dem Herzen dabei. Genau, ohne dogmatisch zu sein. Menschlich, ohne zu menscheln. Gefühlvoll, ohne in Sentimentalität zu ...
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