Die Wahrheit der Geschichte
Die Feier des 80. Geburtstags des früheren Kammerspielintendanten Dieter Dorn rief die Erinnerung an einen heftigen Konflikt zwischen Theaterintendant und Kulturpolitik wach, in dem ich nolens volens eine Rolle spielte. Erneut wurde eine Legende erzählt, die auch durch ständige Wiederholung nicht wahrer wird. Da die damaligen Vorgänge durchaus exemplarisch sind, seien sie hier einmal im Zusammenhang dargestellt.
Ich war, kaum im Amt als Münchner Kulturreferent, 1998 mit der Aufgabe konfrontiert, einen Vorschlag für die zukünftige Intendanz der Kammerspiele zu machen.
Also informierte ich mich zunächst beim Oberbürgermeister nach dem Stand der Dinge. Er berichtete mir, dass ihm Dieter Dorn gesagt habe, man solle mit ihm für eine weitere Intendanz nicht mehr rechnen. Er stehe dafür nicht zur Verfügung. Im nächsten Schritt bat ich alle Kultursprecher der im Stadtrat vertretenen Parteien zu einem Vieraugengespräch. Die Akzentuierungen waren unterschiedlich, aber ohne Ausnahme wurde dafür plädiert, nach nun fast 20 Jahren ununterbrochener Intendanz von Dieter Dorn einen Wechsel anzustreben.
Daraufhin traf ich mich mit Dieter Dorn in der «Kulisse». Ich persönlich hatte für die ...
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Theater heute Januar 2016
Rubrik: Theatergeschichte, Seite 68
von Julian Nida-Rümelin
Aachen, Grenzlandtheater
28. Levin, Todesfalle
R. Anja Junski
Aachen, Theater
14. Marivaux, Der Streit
R. Roland Hüve
16. Beckett, Warten auf Godot
R. Christian von Treskow
22. Lausund, Benefiz – Jeder rettet einen Afrikaner
R. Marion Schneider-Bast
Aalen, Theater der Stadt
23. Rottmann, Die mich jagen
R. Winfried Tobias
Baden-Baden, Theater
22. Murray-Smith, Zorn
R. Otto Kulka
Ba...
Es heißt ja immer, dass Kunst ihrer Zeit voraus eilen solle, dass sie im besten Falle die Wirklichkeit kennt, noch ehe diese sich selbst vollständig durchdringt. In diesem Sinne hatte Volker Lösch seine große Stunde 2004 am Staatsschauspiel Dresden, unter Intendant Holk Freytag, mit seiner Adaption der «Weber» von Gerhart Hauptmann. Die zündelnden Hassparolen des...
Motivzeichnung zu «Mosch», mein erster Film (WDR 1980)
«Blick wie in einen Käfig; der kahle Hinterhof der Seifenpulverfabrik meines Großvaters in Wuppertal. Meine Mutter hatte als Kind manchmal ein Anemonensträußchen auf den Mauervorsprung gestellt. Es ist kein Ausgang zu sehen.Womit sollte ich mich als entlassener Kriegsgefangener ohne Schulabschluss in der Zeit...
