Die ungleichen Brüder
Es waren einmal zwei Brüder, die lebten vor langer, langer Zeit und in einer Gegend weit, weit weg von hier. Beide besaßen gemeinsam ein Grundstück mit Garten, darauf nahezu identische Eigenheime, die der ganze Stolz ihrer Bewohner waren. Durch Umstände, auf die hier nicht näher eingegangen werden kann, wurde das Grundstück durch einen undurchdringlichen Zaun geteilt, und die Brüder wurden zu Nachbarn. Das Schicksal wollte es nun aber eines Tages, dass der eine Bruder ins Unglück geriet.
Sein Haus verfiel zusehends, das Grundstück verwilderte, und so sehr er sich auch abmühte, so kam er doch auf keinen grünen Zweig. Dem anderen dagegen war das Glück innig zugetan. Sein Reichtum mehrte sich, und obwohl er auch nicht tüchtiger war als sein Bruder, zierten bald glitzernde Autos und schicke neue Möbel das Anwesen, das immer auf dem neuesten technischen Stand gehalten wurde. Das blieb dem armen Bruder nicht lang verborgen, aber er sagte sich: «Was brauche ich Reichtum und Geld, mir genügen ein einfaches Mahl und ein glückliches Leben ohne materiellen Besitz.» So fügte er sich in sein Schicksal, und es wäre mit ihm wohl so weitergegangen, wenn nicht eines Tages seine Schulden so hoch ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Mai 2012
Rubrik: Foyer, Seite 1
von Christian von Treskow
Die drei Männer mit dem Dauergrinsen verbreiten schon in der dreißigsten Minute bräsige Behäbigkeit und inkontinente Ironie, als sich dann doch etwas tut. Man hatte alle Zeit der Welt. Sportliche Provokation von Zuschauergeduld und latentes Versprechen eines herausgezögerten Vorhabens hielten sich zwar in einigen guten Momenten die Waage, aber meist wurde jeder...
Von den zwanzig Kohle-Geldscheinen, auf denen das Konterfei von Oberhausens berühmtestem Kulturschaffenden Christoph Schlingensief abgedruckt ist, kann man sich einen ziemlich netten Tag in Oberhausen machen. Der könnte so aussehen: Als erstes holt man sich eine Nussecke im Café Bauer, besucht sodann die aktuelle Ausstellung der Ludwiggalerie, nimmt an einer...
Ein Experiment: Stell dir vor, die Superhelden diverser Comics böten dir ihre Hilfe an – wäre das der Beginn eines sorgenfreien Lebens? Fehlt es der Welt schlicht an solchen Rettern?
«Von Helden» hat Intendant Peter Spuhler seine erste Spielzeit am Badischen Staatstheater überschrieben und den jungen Regisseur Tomas Schweigen nun mit den Comic-Heroen betraut....
