Die Sprache der Vögel
Drei Mal hebt Caren Jeß zur Vorstellung ihres Theaterstücks «Bookpink» an.
Beim vierten Mal schließlich klappt es, und die Autorin zählt fokussiert, ja feurig in die Kamera auf: «Wenn ich in drei Worten beschreiben sollte, worum es in ‹Bookpink› geht, dann würde ich sagen: Chancenungleichheit, Religion, Konstruktivismus, Esoterik, Exotismus, eine komplizierte Mutter-Sohn-Beziehung, Gender, Geschlechtervielfalt, der Kampf um Gleichberechtigung, Einsamkeit, Barock, Pommes, Asbest, Vernunft, eine rote Tulpe, eine selbstverliebte Narzisse … aber» – hier bricht Jeß in helles, sprudelndes Gelächter aus – «fragen wir doch am besten die Vögel selbst, worum es in ‹Bookpink› geht!» Abschließend reckt sie die Fäuste: «Juhu, das war richtig gut!»
Tatsächlich übersetzt der Auftakt von Caren Jeß’ selbstkonzipiertem Vorstellungsvideo für den Heidelberger Stückemarkt 2019 die ästhetischen Verfahren von «Bookpink», plattdeutsch für «Buchfink», treffend ins Filmische. Gleich im ersten der sieben von insgesamt 18 Vögeln bevölkerten Kurzdramen, die zusammen ein «dramatisches Kompendium» bilden, wird nämlich die Wendung «in drei Worten» ähnlich ad absurdum geführt. Denn der Dreckspfau, der sich unter ...
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Theater heute März 2020
Rubrik: Das Stück, Seite 50
von Eva Behrendt
Aachen, Das Da Theater
12. Dupont und Hirtz, Auf und davon (U)
R. Maren Dupont
Aachen, Grenzlandtheater
4. Simon, Barfuß im Park
R. Stefan Herrmann
Aachen, Theater
5. Maja Zade, Status Quo
R. Sylvia Sobottka
7. Schiller, Die Jungfrau von Orléans
R. Sarah Klöfer
13. nach Wallace, Kurze Interviews mit fiesen Männern
R. Tanja Krone
Altenburg Gera, THeater
27. Zeller,...
Griechenland ist unter seinem vertrauten Stichwort «Krise» aus den deutschen Schlagzeilen verschwunden. Andere Schauplätze mit größerem Katastrophen-Radius stehen im Fokus der medialen Aufmerksamkeit. Stillschweigend geht man davon aus, dass sich die Lage in Griechenland schon irgendwie beruhigt hat, schließlich sind inzwischen genügend deutsche Milliarden...
Für alle Freunde der Statistik: Der Theatertreffen-Jahrgang 2020, der erste mit einer obligatorischen Frauenquote von mindestens fünf Regisseurinnen, versammelt sechs Frauen und vier Männer. Quote also übererfüllt! Genauer handelt es sich um drei (moderne) Klassiker, drei neue Stücke, ein Tanztheaterprojekt, ein Visual Poem, eine Theaterinstallationsperformance,...
