Die Rokoko- Kokotte
Haltbare Folgen hat der Betrug, doch keine Konsequenzen – sieben Jahre lang führt Paul, aus der Berliner Firmenzentrale nach Paris versetzt, ein Doppelleben an der Seine: mit Mathilde, die er in einer Ausstellung kennengelernt und die sich ihm als Kunst-Journalistin vorgestellt hat, und Natascha, der Mutter des gemeinsamen Kindes. Aber im Grunde steht er ihr und Sohn Max nur einen Monat im Jahr zur Verfügung – zur Urlaubszeit im August.
Den Rest des Jahres verturtelt der vordergründig sanfte, aber hoch erotomane Macho mit Mathilde im eigens angemieteten Liebesnest; und dort betet er sie gerne an: wie ein Kunstwerk aus dem üppig schwelgerischen Rokoko. Wie grundsätzlich künstlich alles an ihr ist, erfährt er aber erst zum Schluss – da liegt die Geschichte vier oder fünf Jahre zurück. Mit der immer noch streitbar (und sehr zu Recht) eifersüchtigen Natascha hat Paul das zweite Kind gezeugt, und auch Mathilde hat jetzt eins; es ist vier oder fünf Jahre alt. Doch schrieb sie niemals über Kunst – sie steht als sanfter Pierrot im Kostüm an der Ecke. Eine Straßen-Musikantin, verloren in der großen Stadt – und so, das erfährt Paul jetzt, hat sie schon immer gelebt. Auch zu seiner Zeit.
Das ...
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