Die Plebejer kommen
Jürgen Gosch lässt seine beiden kurz aufeinander folgenden Shakespeare-Inszenierungen in dem nahezu gleichen, von Johannes Schütz gebauten, hellen, tiefen, leeren Kasten mit leicht aufsteigendem Boden stattfinden: «Wie es euch gefällt» am Staatstheater Hannover und der – mehrfach verschobene – «Sommernachtstraum» im Deutschen Theater Berlin.
Der Gegensatz von Hof und Wald, von höfischer Zwangsordnung und natürlichem Chaos, der sich – beim Interpretieren wie beim Inszenieren – den beiden Komödien «Wie es euch gefällt» und «Sommernachtstraum» gleichermaßen zugrunde legen lässt, fällt in dieser Kiste anscheinend flach. Auch die Kostüme unterscheiden die sozialen Sphären, den Hof und den Wald, die Menschen und die Geister, kaum. Es sind heutige Klamotten.
«Wie es euch gefällt» in Hannover ist eine lärmige Veranstaltung im forcierten Tonfall, im Gebrüll geht das Textverständnis weitgehend und fast bis ans Ende unter. (Um manche der von Gosch selbst und Angela Schanelec häufig klipp-klapp gereimten Verse ist es auch vielleicht nicht schade). Am (kaum) höfischen Vorgang zu Beginn interessiert den Regisseur vor allem der handgreiflich-blutige Zweikampf zwischen dem bauchigen Ringer ...
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