Die Naturtrompete und ihre subtilen Töne
Eine königlich gedeckte Frühstückstafel. Die leckerste Frühstückstafel, die Sie sich vorstellen können.» Noëlle Haeseling leitet ihr Stück «Fanfaren!» mit dieser köstlichen Beschreibung der Bühne ein und gibt in den ersten Zeilen schon einen Vorgeschmack auf ein zartes Schauspiel mit bitterem Kern.
Eine Galerie – hier warten sie: Die erste, zweite, dritte und vierte Fanfare – sie bilden ein nach Generationen sortiertes musikalisches Quartett aus Amtsträger:innen im Auftrag des Königs.
Für alle seine Handlungen und Rou -tinen müssen sie die passende musikalische Begleitung beisteuern. Egal, wo und wann – wenn der König erscheint, erklingt die der Situation angemessene Fanfare! Doch eines Tages fehlt das Staatsoberhaupt, erscheint einfach nicht zum Frühstücksbankett. Für die Fanfaren ist dies eine echte Zäsur in der Tonleiter ihrer Leben: Einen so ungefüllten Hohlraum in ihrer Arbeitsroutine hat es bisher noch nie gegeben. Sie haben sich mit ihren Leben und mit ihrer Leidenschaft der Naturtrompete verschrieben, als königliche Fanfaren sind sie Auserwählte und die jeweils Besten ihrer Generation, hart haben sie sich die Stellung am Hof erarbeitet. Entscheidende Herausforderung dieser ...
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Theater heute Jahrbuch 2025
Rubrik: Neue Stücke, Seite 152
von Jascha Fendel
Während ich diese Zeilen schreibe, weiß ich nicht, wie sich die Lage entwickeln wird. Was heute noch Gegenwart ist, kann beim Erscheinen dieses Textes bereits Geschichte sein. Oder eine Leerstelle. Oder nur noch Rauch.
Ich frage mich, ob die Erinnerung an Zeiten wie Krieg nicht auch ein kollektives Schreiben ist.
In den letzten Tagen habe ich Texte gelesen – von...
Ich glaube, das Gebot der Stunde lautet Kooperation, im Gegensatz zu einer Gesinnung, in der es als Erfolg gilt, sich die Welt Untertan zu machen. Das 20. Jahrhundert ist noch nicht lange her, und es wuchert noch kräftig zu uns herüber. Angesichts der globalen Bedrohungslagen unseres Jahrhunderts ist jedoch Kooperation die einzig logische Schlussfolgerung –...
Das ist ein guter Anfang. Hier finde ich vielleicht zurück.» Das sind die ersten Worte, die Cennet, die Figur im Mittelpunkt des Stücks, zu uns spricht. Cennet ist eine Frau in ihren späten Fünfzigern. Mutter. Es scheint zunächst, als habe sie sich verlaufen. Im Rahmen einer Arbeitsmaßnahme soll Cennet das Fitnessstudio «Dog Pound» putzen. Dabei wird sie von einer...
