Die Naturtrompete und ihre subtilen Töne
Eine königlich gedeckte Frühstückstafel. Die leckerste Frühstückstafel, die Sie sich vorstellen können.» Noëlle Haeseling leitet ihr Stück «Fanfaren!» mit dieser köstlichen Beschreibung der Bühne ein und gibt in den ersten Zeilen schon einen Vorgeschmack auf ein zartes Schauspiel mit bitterem Kern.
Eine Galerie – hier warten sie: Die erste, zweite, dritte und vierte Fanfare – sie bilden ein nach Generationen sortiertes musikalisches Quartett aus Amtsträger:innen im Auftrag des Königs.
Für alle seine Handlungen und Rou -tinen müssen sie die passende musikalische Begleitung beisteuern. Egal, wo und wann – wenn der König erscheint, erklingt die der Situation angemessene Fanfare! Doch eines Tages fehlt das Staatsoberhaupt, erscheint einfach nicht zum Frühstücksbankett. Für die Fanfaren ist dies eine echte Zäsur in der Tonleiter ihrer Leben: Einen so ungefüllten Hohlraum in ihrer Arbeitsroutine hat es bisher noch nie gegeben. Sie haben sich mit ihren Leben und mit ihrer Leidenschaft der Naturtrompete verschrieben, als königliche Fanfaren sind sie Auserwählte und die jeweils Besten ihrer Generation, hart haben sie sich die Stellung am Hof erarbeitet. Entscheidende Herausforderung dieser ...
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Theater heute Jahrbuch 2025
Rubrik: Neue Stücke, Seite 152
von Jascha Fendel
Wie halten Sie sich unter diesen Umständen bei Laune?
Am schönsten wäre natürlich, ich könnte antworten: Ich gehe tanzen! Tanzen macht gute Laune, das versteht jeder. Die Bewegung, die Musik, die Nähe zu anderen Menschen – Tanzen ist das schönste, sinnlichste Programm gegen all die Plagen des Alltags und den tagtäglichen Nachrichten-Horror. Leider tanze ich nicht....
Heute Morgen aufgewacht. Mit dem ersten Kaffee der Blick in die Nachrichten: Die USA haben Ziele im Iran angegriffen. Krass. Im Radio ein Gespräch über den weltweiten Vormarsch (und die Scham -losigkeit) des neuen Faschismus. In der Zeitung eine neue Sonntagsfrage: Die rechtsextreme Partei hat wieder zugelegt. Ein paar Seiten weiter freut sich ein Vertreter der...
We are all made by our stories», lautet der stückprägende Satz in Deirdre Kinahans neuem Drama «Refuge». Und die These wird in der Diskussion der Figuren weiter beleuchtet durch die Fragestellung, wer die Prägung durch Geschichte und Geschichten (noch) ändern kann und wer die Determination akzeptieren muss. Diese Prägung betrifft fünf Menschen und einen Schatten,...
