Die Leere im Zentrum

Robert Borgmann inszeniert am Schauspiel Frankfurt den schon vierten Kafka der Saison, «Das Schloss», Milos Lolic führt Elfriede Jelineks «Am Königsweg» durch ein Kabinett der US-Ikonen

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In ihren Fäusten hält Olga je einen Holzscheit, und man weiß nicht, ob er ihr als Halt dient oder als Waffe für den Notfall. Oder ob er vielmehr einen Rest von Sicherheit repräsentiert, von Wärme und gesellschaftlicher Verankerung, um die Olga und ihre Familie so verzweifelt ringen in Kafkas schneeumtostem, von sozialer Kälte durchdrungenem Romanfragment «Das Schloss». Olga, ihre beiden Geschwister und ihre Eltern sind herausgefallen aus der Gesellschaft, verstoßen und verurteilt ohne Prozess und Anklage.

Ihr Vergehen: Amalia, Olgas Schwester, ist dem Ruf eines Beamten ins Hotelzimmer nicht gefolgt. Die Strafe folgte auf dem Fuße: gesellschaftlicher Ausschluss, Pleite des Familienbetriebes. Das Schloss duldet keinen Widerspruch.

Und so sucht Olga, verarmt und verzweifelt, aber nicht verhärtet, sich eine Stellung zurückzuerobern. Der lange Monolog von Katharina Knap, in dem sie den Fall ihrer Familie und ihre Rehabilitationsversuche schildert, ist der wohl eindringlichste Moment in Robert Borgmanns Inszenierung von «Das Schloss» am Schauspiel Frankfurt. Da steht sie vorn an der Rampe in einem Lichtstreifen, in den Fäusten besagte Holzscheite, den braunen Pulli in die weiten Hosen, ...

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Theater heute März 2018
Rubrik: Aufführungen, Seite 10
von Esther Boldt

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