Die Lage ist komplex, aber hoffnungsvoll

Ein Gespräch über Machtmissbrauch, Theaterstrukturen, Mitbestimmung und neue Organigramme mit der Regisseurin Pinar Karabulut, der Schauspielerin Julia Riedler, der Dramaturgin und Hochschullehrerin Marion Tiedtke sowie dem Dramaturgen und Intendanten Michael Börgerding

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Theater heute Unser Thema sind einmal mehr die Strukturprobleme des Ensemble- und Repertoiretheaters, speziell seine Leitung, konkret die Intendanz, vor allem im Hinblick auf möglichen Machtmissbrauch und andere Disfunktionalitäten. All das ist in jüngster Zeit viel diskutiert worden nach einschlägigen Vorfällen an mehreren deutschen Stadttheatern. Vielleicht zum Einstieg die Frage danach, wie Ihre eigenen Erfahrungen damit aussehen. Michael Börgerding, Sie waren ja nicht immer Intendant, sondern auch viele Jahre Dramaturg.

Wollen Sie anfangen? 
Michael Börgerding Ich habe ja an einem Mitbestimmungstheater angefangen als junger Dramaturg, am Jungen Theater in Göttingen, Otto Schnelling war der Leiter, mit dem ich immer noch befreundet bin. Dann hat mich Ulrich Khuon – für mich weiter ein Intendantenvorbild – nach Hannover geholt, dann bin ich mit ihm nach Hamburg ans Thalia Theater gegangen. Aber natürlich kenne ich Geschichten, die mir Kolleg:innen erzählt haben von anderen Intendanten – männlich gemeint. Ich habe sie aber selbst nie erlebt. In meiner Tätigkeit als Dramaturg war der Regisseur Jürgen Kruse sicher ein Sonderfall, und ich weiß nicht, ob ich mir die Art und Weise, wie ...

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Theater heute Jahrbuch 2021
Rubrik: Zeitenwende, Seite 26
von

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