Die Kunst als Möglichkeitsraum
Die Frage danach, wo für mich die Freiheit der Kunst ende und welches Beispiel aus der Arbeit im Zentrum für Politische Schönheit hierbei erkenntnisreich sei, beantworte ich hier zum vielleicht richtigen, aber unangenehmen Zeitpunkt. Der Blick auf die Grenzen der künstlerischen Freiheit ist nach innen gerichtet. Und doch ändert sich ständig die Blickrichtung. Ich versuche mal eine Momentaufnahme.
Unsere letzte Aktion endete gerade mal vor ein paar Tagen.
Sie hieß «Flüchtlinge Fressen – Not und Spiele» und könnte qua Setzung und Ablauf auch als Spielanordnung zur gar nicht mal so beiläufigen Beantwortung genau jener und ähnlicher Fragen herhalten. Doch nach Wochen und Monaten im Auge des Sturms eines facettenreichen und aufwendigen Spiels wird mein Reflexionsbedürfnis noch vom Wunsch nach Pause und Abstand verdrängt – auch weil es während der Aktion schon überraschend tief befriedigt wurde. Die Schaffung regelmäßig eingebauter diskursiver Zugänge für Akteure, Beobachter und Experten war diesmal ein Kernelement. Es war unabdingbar, um die losen Enden zu verknüpfen, die wir bei Aktionsstart präsentierten: die gleichzeitige Probe an einem dystopischen und einem utopischen Stück – das ...
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Theater heute Jahrbuch 2016
Rubrik: Grenzen der Kunstfreiheit, Seite 114
von André Leipold
Wo liegen die Grenzen der Kunst? Gibt es überhaupt etwas «außerhalb» von Kunst? Kunst ist frei. Ist sie vielleicht so frei, dass keine Definition sie erwischen kann? Um darüber nachzudenken, wann Kunst sich nicht mehr Kunst nennen darf, wäre ja vorerst tatsächlich zu klären: Was ist denn Kunst? Ich muss an meinen Patenonkel denken, der auf die Frage: «Was ist...
... ist in diesem Jahr eine letzte Ehrung: Mit 8 der 43 Stimmen, die dieses Jahr zu vergeben waren, wurde der vor einem Jahr überraschend verstorbene Bert Neumann posthum mit seiner Volksbühnen-Versiegelung, die wie ein Abschied wirkte, zum vierten Mal seit 2001 Bühnenbildner des Jahres. Der lange Abschied der Castorf-Volksbühne, die 2017 Chris Dercon übernehmen...
Manche Freiheiten sind für uns so selbstverständlich, dass wir kaum noch über sie nachdenken. Die Kunstfreiheit etwa sehen wir als selbstverständliche Grundlage unserer Arbeit – und nicht als Privileg, das nicht allen Menschen im gleichen Maße zuteil wird. Wir sollten dieses Privileg deshalb besonders schützen und nutzen. Denn mit jeder Freiheit geht auch...
