Bein oder Kette?
Thanksgiving ist das wichtigste Fest im amerikanischen Jahreskreis. Zu Weihnachten gibt es bessere Geschäfte, und am 4. Juli wird das ganze Land feierlich und patriotisch, aber an Thanksgiving versammelt sich die ganze (restliche) Familie und tut so, als wären alle noch Pioniere und der Truthahn nicht aus dem Gefrierfach bei Wal-Mart, sondern in den Wäldern von Virginia erlegt.
Thanksgiving ist ein Fest von so grotesker Erbaulichkeit, dass einem jungen Horror-Regisseur wie Eli Roth unweigerlich die Fantasien durchgehen.
Er verwandelt das Festmahl in eine Schlachtplatte, auf der eine Menschenleiche so verschnürt serviert wird, dass sie eine Zehntelsekunde lang wie ein Truthahn aussieht; gleich danach stürzt ein Mädchen mit gespreizten Beinen in ein phallisch aufragendes Messer. «Thanksgiving» ist (zum Glück?) ein Film, den es nicht gibt. Es gibt nur einen Trailer dazu, den Eli Roth für Quentin Tarantinos neuen Film «Death Proof» gestaltet hat. Dort jagt zuerst ein verrückter Stuntman im tiefen Texas frontal auf vier bekiffte Mädchen zu und verursacht mit seiner «todsicher» ausgebauten Stahlkarosse einen Verkehrsunfall, der als vierfacher Mord nicht beweisbar ist; später trifft ...
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Man hat es nicht leicht als Kind von 68ern. Wie furchtbar es ist, im Trubel der Zeitläufte weitgehend ignoriert zu werden, musste sich irgendwann in Theaterstücken bemerkbar machen und kam spätestens dann zum Vorschein, als die heute Dreißigjährigen sich dem Phänomen nicht greifbarer Eltern widmeten – zum Beispiel Rebecca Kricheldorf mit der «Legende vom...
Einmal eine grünlich vermoderte und wasserunterspülte Bretter-Bruchbude als nach allen Seiten vernagelte Familiengruft, einmal eine piccobello furnierte Wohn-Esszimmer-Kombination mit offener Terrasse in Cinemascope-Breitformat. Einmal zeitlos stilisierte Familienaufstellung, einmal psychologischer Realismus im 40er-Jahre-Ambiente. Einmal choreografiert...
Hey, Professor, übernimm dich nicht, rief sie mir zuletzt am Telefon zu, ich brauch dich doch, und dann kicherte sie wie ein Backfisch, wie sie es so gerne tat; albern nannte sie mich Higgins und sich Eliza, als ob irgendjemand ihr noch irgendetwas hätte beibringen können. Wie immer dann rheinische Abschiedsgrüße: Mach et joot!
Nun also hat sie sich selber...
