Bein oder Kette?

Slowakische Folterknechte, menschliche Truthähne, geschlossene Räume: Der Horrorfilm der «Exploitation»-Generation ist in einer Phase angekommen, in der Erfahrung selbst schon Folter ist

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Thanksgiving ist das wichtigste Fest im amerikanischen Jahreskreis. Zu Weihnachten gibt es bessere Geschäfte, und am 4. Juli wird das ganze Land feierlich und patriotisch, aber an Thanksgiving versammelt sich die ganze (restliche) Familie und tut so, als wä­ren alle noch Pioniere und der Truthahn nicht aus dem Gefrierfach bei Wal-Mart, sondern in den Wäldern von Virginia erlegt.

Thanksgiving ist ein Fest von so grotesker Erbaulichkeit, dass einem jungen Horror-Regisseur wie Eli Roth unweigerlich die Fantasien durchgehen.

Er verwandelt das Festmahl in eine Schlachtplatte, auf der eine Menschenleiche so verschnürt serviert wird, dass sie eine Zehntelsekunde lang wie ein Truthahn aussieht; gleich danach stürzt ein Mädchen mit gespreizten Beinen in ein phallisch aufragendes Messer. «Thanks­giving» ist (zum Glück?) ein Film, den es nicht gibt. Es gibt nur einen Trailer dazu, den Eli Roth für Quentin Tarantinos neuen Film «Death Proof» gestaltet hat. Dort jagt zuerst ein verrückter Stuntman im tiefen Texas frontal auf vier bekiffte Mädchen zu und verursacht mit seiner «todsicher» ausgebauten Stahlkarosse einen Verkehrsunfall, der als vierfacher Mord nicht beweisbar ist; später trifft ...

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Theater heute Juni 2007
Rubrik: Medien/TV, Seite 64
von Bert Rebhandl

Vergriffen
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