Die Kamera lief mit

Vom Spielenachmittag zum «Swinger Club», dem neuen Film des Schauspielers Jan Georg Schütte mit Schauspielern des Hamburger Thalia-Ensembles

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Wohnzimmertheater eigentlich, abgefilmt und geschnitten. Eine Bühnenvariante gibt es im Hamburger Thalia Theater ja tatsächlich. Aber das Schöne am «Swinger Club»-Film von Jan Georg Schütte ist, dass man als Zuschauende einerseits nicht nur mit am Tisch, sondern den Schauspielern geradezu auf dem Schoß sitzt, andererseits immer wieder eine rhythmisierte Draufsicht auf die Verhältnisse vermittelt bekommt. Mikro und Makro, Authentizität und Konstruktion – im glückhaften Verzahnen des Gegensätzlichen liegt das Gelingen dieses Films.

 

Ein Ehepaar in seinen Dreißigern lädt zu seinem fünften Hochzeitstag Freunde ein. Nicht erst auf den Abend oder in die Kneipe. Sondern ganz familiär zum häuslichen Mittagessen und – was in einer echten Familie nach Kräften vermieden würde – zur Diskussion des derzeitigen Liebeslebens. Da sitzt Stephan Schad als Albert ganz patriarchal im weißen Hemd mit gelockerter Krawatte am Tisch seines Einfamilienhauses im Hamburger Umland und lässt nicht locker, seine durch und durch urbanen Freunde aus dem kreativen Mittelstand zur Beantwortung der Frage zu zwingen, ob ein Mann seiner Frau, die ihn der Untreue verdächtigt, ehrliche Auskunft schuldet oder nicht. Sie ...

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Theater heute Oktober 2006
Rubrik: Medien/TV, Seite 62
von Petra Kohse

Vergriffen
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