Die Inszenierung des Jahres

Jürgen Gosch hat – außer auf direkteste Nachfrage – nie öffentlich über seine Krebserkrankung gesprochen. Im Juni ist er gestorben, kein halbes Jahr nach der «Möwe»-Premiere. Michael Eberths Probennotate geben Einblick in eine außergewöhnliche Theaterarbeit.

 

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Theater heute Jahrbuch 2009
Rubrik: Die Inszenierung des Jahres, Seite 102
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Vergriffen
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«Oh les beaux jours», meint Winnie rückblickend und haut ihrem Willie aufs Hirn, weil der nicht antwortet, während sie selbst im Sand versinkt. Was Willie aber nicht weiter krumm nimmt.

20 Jahre später sind die versprochenen blühenden Landschaften des neuen Deutschland an manchem Sandhügel angelangt, und die unverbrüchliche Zuneigung zwischen Winnie-Ost und...

Über Leben im Umbruch

In meinem Pankower Hinterhof wohnen seit ein paar Wochen neue Mieter. Junge Leute, wie nur noch selten im Kiez. Sie sind knapp zwanzig Jahre alt, tragen schwarze Klamotten, sitzen im Hof beim Bier und hören laute Musik. Die Musik stört mich weniger, dafür bin ich zu selten zu Hause, aber ein riesiges gelbes Ortseingangsschild, das sie unter ihren Wohnungsfenstern...

Entschieden selbstbestimmt

Alles falsch». So steht es in großen farbigen Lettern auf einem Plakat in dem sparsam eingerichteten Café «kwadrat» im Düsseldorfer Stadtteil Pempelfort, das Kathleen Morgeneyer für unser Treffen vorgeschlagen hat. Teil der Inszenierung? Sollte Stanislawski das hier aufgehängt haben, oder Strasberg oder ein anderer gestrenger Kunsterzieher? Ist die karge Bühne für...