Die gute und die schlechte Zukunft
Kay Voges’ Intendanz in Köln beginnt mit – Schweigen. Seine erste Kölner Inszenierung «Imagine» ist ein wortloses Wimmelbild, eine sprachlose Überfülle von Bildern. Der Dialog ist auf dem Rückzug: Die erste Premiere noch vor Spielzeitbeginn war ein Monolog «Geheimplan gegen Deutschland – ein Nachspiel» von Andreas Beck. Auf «Imagine» folgten Claude De Demos fulminanter Soloabend «#motherfuckinghood» (als Übernahme vom Berliner Ensemble) und dann abbrechende Halbsätze in Fosses «Der Name» (in Voges’ eigener Regie als Übernahme vom Volkstheater Wien).
Die Bühne im Depot 1, dem Dauerexil des Kölner Schauspielhauses in einer ehemaligen Kabellagerhalle, ist in dem Jahrzehnt von Stefan Bachmanns Intendanz fortschreitend in eine ganz normale Theaterbühne umgewandelt worden, aber sie ist immer noch breit und tief genug, um in Voges’ mit dem Dramaturgen Alexander Kerlin und dem Ensemble erarbeiteten Eröffnungsprojekt eine ganze Kleinstadt vorzustellen: Drei Häuser, eine Kirche, ein Gewächshaus, alles hat Platz in Pia Maria Mackerts Bühnenbild.
Zwei mobile Kameras, deren Bilder auf zwei große Screens über den Häusern projiziert werden, umkreisen in gleichmäßigem Tempo auf einer Schiene ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute November 2025
Rubrik: Aufführungen, Seite 20
von Gerhard Preußer
Was für ein Ekel: Von Beruf amerikanischer Erfolgsschriftsteller, der säuft wie ein Loch, bis seine Leber versagt; der seine Frau in den Selbstmord getrieben hat – so meint jedenfalls sein Sohn, zu dem er ein gründlich zerrüttetes Verhältnis pflegt; der den letzten und einzigen Roman der Gattin selbst als Material benutzt und als eigenes Werk ausgegeben hat; der...
Es treten auf:
Die kleinen Meerjungraun
Marco
Ursu La Saucières
Das Allerleirau
Viele Erdaltraun
Eine richtig gute Suppe mit Fettaugen
An die möglichen Regien und Spieljs:
Identitäten sind nicht egal. Aus welchen Mündern der Text dann kommt, schon eher, aber auch nicht völligst. Es soll sehr ernst sein, und auch sehr lustig. Bitte. Im Zweifelsfall ernst, aber dafür...
Theater heute Marina Davydova, wann mussten Sie Russland verlassen?
Marina Davydova Ich habe am 24. Februar 2022 eine Petition gegen den am Vortag begonnenen Krieg gegen die Ukraine unterschrieben, die auch von Hunderten anderer russischer Theaterleute gezeichnet war – das war mein Problem. Am 1. März wurde meine Wohnungstür mit einem «Z» markiert, das Zeichen,...
