Die Furchtzeitlose
Ich war auch einmal, vor langer und für kurze Zeit, mit einer Schauspielerin zusammen, die zuvor Sekretärin gewesen war. Eines Nachts verließ sie mich. Wir waren 24 und gerade schlafen gegangen, nach einem dieser feuchtfröhlichen Abende mit ihrem Regisseur in einer einschlägigen Hamburger Theaterkneipe. Plötzlich setzte sie sich kerzengerade im Bett auf. «Ich muss zu ihm.» Das kam mir merkwürdig plausibel vor.
Wir packten ihre Sachen zusammen, ich bestellte ein Taxi und beschwor sie geradezu komplizenhaft, in jedem Fall und wann auch immer zurückzukommen, sollte es ihr etwa aufgrund eines unkooperativen Hotelportiers oder des ja noch immer hohen Alkoholisierungsgrades des Regisseurs nicht gelingen, Einlass in sein Zimmer zu finden. Doch sie hatte keine Angst. Sie war sich sicher.
An diese Nacht musste ich kurz denken, als ich jetzt Irm Herrmann auf YouTube von ihren ersten Begegnungen mit Rainer Werner Fassbinder 1966 erzählen hörte. Von einer nachtlangen Lesung des damals noch gänzlich unbekannten Autors aus seinem nie veröffentlichten Roman, in der Wohnung ihrer Freundin, der Schauspielerin Susanne Schimkus: «Der Rainer hat viele Zigaretten geraucht und bis morgens aus diesem ...
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Theater heute Juli 2020
Rubrik: Nachruf, Seite 26
von Matthias Pees
Berlin, Ballhaus Ost
www.ballhausost.de
#shutdownspecials
Berlin, Berliner Ensemble
www.berliner-ensemble.de/
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BE on demand. Aufzeichnungen aus dem BE immer freitags ab 18.00 Uhr für eine Woche
Berlin, Deutsches Theater
www.deutschestheater.de
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Berlin, Sophiensaele
Corona-Virus-Kontaktverbote: Es scheint auf der Welt kein anderes Problem zu geben! ZDF-Heute, ARD- Tagesschau (in der Regel 19 von 20 Minuten), die Tages- und Wochenzeitungen: Kaum eine andere Nachricht hat noch Platz. Die Heuschrecken in Afrika, die Probleme in den Lagern der Flüchtlinge, das Ende der richterlichen Unabhängigkeit in Polen: alles ins Nebenfach...
Sehr geehrtes, weißes amerikanisches Theater, als Gemeinschaft Schwarzer, indigener und PoC-(BIPOC-)Theatermacher*innen sind wir im Vermächtnis von August Wilsons Rede «The Ground On Which I Stand» zusammengekommen, um euch genau zu sagen, auf welchem Boden wir nach den Bürgerunruhen unserer Nation stehen.
Wir sehen euch. Wir haben euch immer gesehen. Wir haben...
