Corona-Proben: Das Schiff zu Wasser lassen
Nicht mit mir! Schieb dir dein scheiß Lexikon sonst wohin. Und zwar kreuzweise!», brüllt Markus Michalik. Er spielt den Theo in Philipp Löhles Komödie «Die Mitwisser» und tobt auf der Bühne wie Rumpelstilzchen. Sein Bewegungsradius ist dabei allerdings sehr klein. Und der Angebrüllte hat sich verdünnisiert. Um Michalik herum ist es leer. Denn wer derzeit auf einer deutschen Theaterbühne brüllt, muss sechs Meter Abstand halten zum übrigen Ensemble. So fordern es die neuen Arbeitsschutz-Verordnungen, die man für das Theater entwickelt hat.
Wie überall müssen auch auf der Bühne stets eineinhalb Meter Abstand eingehalten werden – wenn man in normaler Lautstärke spricht. Drei Meter gelten, wenn es mittellaut zugeht. Nähe, Körperlichkeit, Berührungen: vorerst Vergangenheit. Auf- und Abgänge sind reglementiert, weil man sich dabei nicht begegnen darf. Wegen der Desinfektionsregeln dürfen auf der Bühne keine Requisiten übergeben werden. Sich schminken und kostümieren muss man jetzt selbst. Aber wie soll Theater ohne Körperkontakt funktionieren?
Umbau einer Inszenierung
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Theater heute Juli 2020
Rubrik: Magazin, Seite 58
von Verena Großkreutz
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