Die Exzentrik des Unscheinbaren

Ruedi Häusermanns Walser-Fantasie «Du denkst vielleicht, was hör ich da, und ich sage dir – es ist die Waschmaschine» am Schauspielhaus Zürich

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Der Philosoph Walter Benjamin kolportiert in einem Essay über Robert Walser eine sehr schweizerische Anekdote: Der Maler Arnold Böcklin, sein Sohn Carlo und der Dichter Gottfried Keller seien einst wortkarg an ihrem Stammtisch gesessen. Da habe der junge Böcklin nach langer Zeit ins Schweigen hinein gesagt: «Heiß ist’s.» Eine Viertelstunde später der Vater: «Und windstill.» Keller seinerseits habe noch eine Weile gewartet und den Tisch dann mit den Worten verlassen: «Unter Schwätzern will ich nicht trinken.

» Die «bäurische Sprachscham», fügt Benjamin an, «die hier von einem exzentrischen Witzwort getroffen wird, ist Walsers Sache.»

In unseren Zeiten der platten Selbstoptimierung tut es wohl gut, sich Robert Walsers hintergründige Selbstminimierung nochmal vor Augen zu führen. Gleich zwei schöne Theaterabende tun dies zurzeit in Wien und in Zürich, «Der irrende Planet» von Barbara Frey im Akademietheater und Ruedi Häusermanns «Du denkst vielleicht, was hör ich da, und ich sage dir – es ist die Waschmaschine» im Schauspielhaus Zürich. Beide, Frey und Häusermann, beschäftigen sich seit etlichen Jahren auf der Bühne mit Robert Walser, und beide suchen sein Wesen neben der virtuosen ...

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Theater heute April 2026
Rubrik: Aufführungen, Seite 24
von Andreas Klaeui

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