Die ersten 600 Tage
Als Matthias Lilienthal im Sommer 2012 mit einem launigen Theater-Parcours auf dem Tempelhofer Feld und einer dramatischen 24-Stunden-Bustour durch alte Westberliner Architektur-(Sünden-)Highlights seinen Ausstand als Intendant des Kreuzberger Theaterkombinats HAU gab, klang es in der Hauptstadtpresse ein bisschen so, als könne der Freie-Szene-Hort nach ihm eigentlich nur untergehen.
Bekanntlich hatte der einstige Volksbühnen-Chefdramaturg – gebürtiger Neuköllner, bekennender Liebhaber hüfttief sitzender Schlabberjeans und Natural-born-Performer jener tiefenentspannten Wurstigkeit, die der leicht masochistisch veranlagte Berliner Kultur-Afficionado so liebt – die Theaterbranche in seiner neunjährigen Amtszeit ziemlich erfolgreich umgekrempelt.
Abgesehen davon, dass Lilienthal dem performativen Genre ständig neue Künstler und Formate erschloss, es damit auch im Feuilleton- und Fördergremienbewusstsein weit nach vorn katapultierte und artistische Sprach- wie Ländergrenzen genauso lässig untergrub wie die eh schon aufgeweichten Frontlinien zwischen E- und U-, Hoch-, Off- und Subkultur, lässt sich tatsächlich kaum eine relevante ästhetische Innovation der Nuller Jahre ausmachen, die am ...
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Theater heute August-September 2014
Rubrik: Startrückblick, Seite 46
von Christine Wahl
Please Recognize the Independence of Kosova» steht auf dem weißen Sportflugzeug. Seit 2009 fliegt der kosovo-albanische Texaner James Berisha in seiner Cessna um die ganze Welt. In patriotischer Mission wirbt er im Luftraum über Ägypten, Honduras oder Chile für die internationale Anerkennung der kosovarischen Unabhängigkeitserklärung vom 17. Februar 2008, mit der...
30 Prozent», erzählt Günther Beelitz im Juni 2014. Dies sei der aktuellste Stand der Zuschauerauslastung im Großen Haus des Düsseldorfer Schauspielhauses, mit 750 Plätzen eines der größeren Sprechtheater der Bundesrepublik. Bei seiner Spielzeitpressekonferenz im Mai waren es noch 41 Prozent, aber die Talfahrt geht weiter. «Es war ein Himmelfahrtskommando, das zu...
Als ich vor sechs Jahren nach Basel kam, dauerte es nicht lange, bis ich den Namen Trix hörte – recht oft hörte – und dies immer in Verbindung mit «Aua». Nun war es meiner damaligen Unkenntnis geschuldet, dass ich Trix und Aua nicht sofort einordnen konnte, aber mir wurde sehr schnell klar, dass hinter diesen Codenamen, dieser Geheimsprache etwas Wichtiges steckte,...
