Deutsch-amerikanische Beziehungen
Er hat einfach zu viel erlebt in seiner Laufbahn. Das Problem mit ihm ist, dass er bereits siebzig Jahre existiert und den Erfahrungshorizont eines Siebzigjährigen hat, aber im Körper eines Neunzehnjährigen gefangen ist. Er ist inzwischen keine Projektionsfläche mehr, sondern ein vielschichtiger Charakter. Das können wir nicht brauchen.»
New York City im Jahr 1941. Die Comic-Autoren Moshe Silberstein und Josef Katz erfinden die Figur des «Sergeant Superpower» als Gegenspieler der Nationalsozialisten.
Der patriotische Superheld soll für einen Kriegseintritt der USA werben – und hat Erfolg. Bis heute wird die Serie fortgeschrieben, mit je nach politischer Lage wechselnden Feindbildern: Nachdem Sergeant Superpower die Nationalsozialisten (scheinbar) erledigt hat, kämpft er gegen Kommunisten, später gegen Terroristen und zwischendurch immer wieder gegen wiederauferstandene Nazis. Bloß in Deutschland gestaltet sich die Publikation schwierig: Dort kommen der ungebrochene Hurra-Patriotismus und auch der unbedarfte Umgang der Zeichner mit Hakenkreuzen weniger gut an.
Durch die zunehmend komplexe politische Weltlage muss der Charakter des Sergeant Superpower, dieses naivsten aller ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Jahrbuch 2013
Rubrik: Neue Stücke der neuen Spielzeit, Seite 174
von Holger Schultze und Jürgen Popig
Bei den Autorentheatertagen des Deutschen Theaters Berlin konnte man im Juni eine reizende Szene erleben. Eine Dramatikerin saß im Dienste der Publikumsansprache auf dem Podium und ließ sich von einem Dramaturgen Fragen zur Person stellen. Die Routinefrage, wie sie denn für ihr neues Stück recherchiert habe, kontert sie mit einem amüsierten: «Das ist ein...
1899 schreibt der polnischstämmige Brite Joseph Conrad unter dem Eindruck des belgischen Kolonialismus eine Erzählung, die ihn weltberühmt macht: «Herz der Finsternis». Sie erzählt von der Reise des Kapitän Marlow ins Herz Afrikas, in die Wildnis des Kongo, zu Menschen, die, vom europäischen Kolonialismus zu Zwangsarbeitern erniedrigt, gequält, gefoltert und...
Die schleichenden Veränderungen im deutschen Stadt- und Staatstheater haben auch im Bereich Ausbildung tiefe Spuren hinterlassen. Die Vermittlungsquote der jährlich 180 Absolventen aller siebzehn staatlichen, deutschsprachigen Schauspielschulen ist mit 80 Prozent bei den Männern und 78 Prozent bei den Frauen relativ hoch im Vergleich zu vielen anderen Studiengängen...
