Der wüste Sturm
Was weiß Elfriede Jelinek eigentlich vom Irak-Krieg? Oder von Abu Ghraib? Oder Bagdad? Jemals dort gewesen? Bisschen recherchiert? Einen kleinen Wüstenhauch Realität gespürt, als embedded dramatist vielleicht? Oder auch nur in Fernseher, Internet und Zeitungen gestarrt, die Berichte, Reportagen und Analysen der umgehend angereisten Edelfedern gelesen sowie manches andere, was man aus den Medien so erfahren kann? Wahrscheinlich weiß Elfriede Jelinek das meiste über den Irakkrieg, was man von Wien und München aus wissen kann. Also alles. Also gar nichts. Aber das umfassend.
Danach ist mehr als genug gesagt, und nichts erhellt. Wer nach den über 250 sturzbachartigen Monolog-Seiten von «Bambiland», der Kriegs-Mitschrift, und «Babel», dem Nachkriegs-Traumaprotokoll, noch einen klaren Gedanken fassen kann, hat nicht genau gelesen. Der wüste Sturm aus Gedankenketten und Medienfetzen, Theoriebruchstücken und Sprachspieltrieb, ächzenden Kalauern neben erlesenem Formulierungsfeinschliff, vorangespült von einem hemmungslos mitteilsamen Hausfrauentratschton, überschwallt nach mehreren Lesestunden mühelos jede verbleibende Resthirntätigkeit. Mit einer zauberhaften, nervtötenden Leichtigkeit ...
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