Der wüste Sturm
Was weiß Elfriede Jelinek eigentlich vom Irak-Krieg? Oder von Abu Ghraib? Oder Bagdad? Jemals dort gewesen? Bisschen recherchiert? Einen kleinen Wüstenhauch Realität gespürt, als embedded dramatist vielleicht? Oder auch nur in Fernseher, Internet und Zeitungen gestarrt, die Berichte, Reportagen und Analysen der umgehend angereisten Edelfedern gelesen sowie manches andere, was man aus den Medien so erfahren kann? Wahrscheinlich weiß Elfriede Jelinek das meiste über den Irakkrieg, was man von Wien und München aus wissen kann. Also alles. Also gar nichts. Aber das umfassend.
Danach ist mehr als genug gesagt, und nichts erhellt. Wer nach den über 250 sturzbachartigen Monolog-Seiten von «Bambiland», der Kriegs-Mitschrift, und «Babel», dem Nachkriegs-Traumaprotokoll, noch einen klaren Gedanken fassen kann, hat nicht genau gelesen. Der wüste Sturm aus Gedankenketten und Medienfetzen, Theoriebruchstücken und Sprachspieltrieb, ächzenden Kalauern neben erlesenem Formulierungsfeinschliff, vorangespült von einem hemmungslos mitteilsamen Hausfrauentratschton, überschwallt nach mehreren Lesestunden mühelos jede verbleibende Resthirntätigkeit. Mit einer zauberhaften, nervtötenden Leichtigkeit ...
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I
mensch bin ich keiner oder höchstens im üblichen sinn – der satz korrespondiert mit marthas erkenntnis, daß ihr mann ein dressierter aff sei, also nicht mal ein mensch im üblichen sinn.
die geschichte vom NEST hab ich schon mal mit 15 oder 16 jahren geschrieben; allerdings pubertär schwülstig, obwohl der hintergrund deutlich war: die in die nachkriegszeit...
Der eine ist ein Luftikus und ein Lügner, und wenn ihm danach ist, macht er sich aus dem Staub. Auf den kann man nicht bauen. Der andere ist ein Wahrheitsfanatiker und ein Pflichtmensch. Wo andere kneifen, harrt er aus, und was er sagt, das tut er. Auf den ist Verlass. Der eine sucht sein Glück in der Freiheit, der andere sein Heil im Zwang.
Können Gegensätze größer...
Aus dem hell erleuchteten, voll besetzten Parkett des Hamburger Deutschen Schauspielhauses steht ein Theaterbesucher auf, geht im Businessanzug, den Schlips richtend, nach vorn und stellt sich und seine Problemlage dem Publikum als sein eigener Werbe-Promoter mit kaltem Charme vor: Der Chef, Othello, hat ihn, Jago, bei der ihm eigentlich zustehenden Beförderung zum...
