Der Teufel wohnt im Emmental
Es gehört von jeher zum Wesen des Menschen, dass er dort, wo er die Dinge nicht versteht und die Welt ihm Angst macht, nach Erklärungen sucht, um sich das Unheimliche näher zu bringen. Wo keine rationalen Erklärungen zu finden sind, entstehen Geschichten gegen das Fürchten, die über Jahrhunderte und Generationen hinweg weitererzählt werden: ein eigener Kosmos aus Naturereignissen, bösen Mächten und Teufelswerk.
Auch Hanna, die Hauptfigur in Reto Fingers «Kaltes Land», kennt diese Geschichten: Vom «Britsche-Manndli» etwa, einem von Kinderhänden geformten Männchen aus «Britsche», der weichen Masse jungen Käses, in dem der Teufel zum Leben erwacht und das Kind und seine Familie ins Unglück stürzt. Oder von Macolvis Tochter, von der es heißt, sie sei auf grausame Art zu Tode gekommen und der Wind trage nun ihren traurigen Gesang aus den unzugänglichen Schluchten ins Dorf, um im Winter den ersten Schnee anzukündigen.
Dort, wo Hanna aufwächst, irgendwo in einem entlegenen Tal in den Schweizer Bergen, gehören diese Geschichten bis heute ganz selbstverständlich zum Leben dazu, ja, sie sind bisweilen gar das Leben selbst. Hier pflegt man einen ebenso archaischen wie pragmatischen Umgang mit ...
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