Der schmale Grat

Die letzte Berlinale unter der Leitung von Mariette Rissenbeek und Carlo Chatrian musste sich positionieren zwischen Kunst und Politik – kein leichter Balanceakt, der fast vergessen ließ, das es auch noch anderes gab: Filme mit großen Schauspieler:innen und existenziellen Themen

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Das Etikett nimmt die Berlinale seit eh und je in Anspruch: ein politisches Festival zu sein. Wohl nie zuvor allerdings sahen sich die Veranstalter so genötigt, dem Etikett entsprechend zu agieren. Nach heftigem Protest aus der Kulturszene lud die Berlinale-Leitung fünf AfD-Abgeordnete, die protokollgemäß auf der Gästeliste zur Eröffnungsgala gelandet waren, wieder aus – ein Akt, mit dem sich wiederum nicht jeder einverstanden zeigte. Jury-Mitglied Christian Petzold distanzierte sich. «Wir sind keine Feiglinge», sagte er in der Pressekonfe -renz.

«Wenn wir es nicht aushalten, dass fünf Personen von der AfD im Publikum sitzen, werden wir unseren Kampf verlieren.» Die Eröffnungsgala wurde zu einem Reigen der politischen Bekundungen: gegen Krieg, gegen Antisemitismus, gegen den Rechtsruck, für Haltung zeigen, Brücken bauen, das Gespräch suchen. Es gab jede Menge Buttons, Handy -lichterketten, leidenschaftliche Bekundungen rund um diese Berlinale. Aber wie viel Politik würde wirklich zu finden sein in diesen immerhin 239 Filmen aus 80 Produktionsländern, diesem «Spiegel unserer Welt», wie Festival-Geschäftsführerin Mariette Rissenbeek sagte?

Das liegt natürlich im Auge des ...

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Theater heute April 2024
Rubrik: Berlinale, Seite 42
von Barbara Burckhardt

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