Der schmale Grat
Das Etikett nimmt die Berlinale seit eh und je in Anspruch: ein politisches Festival zu sein. Wohl nie zuvor allerdings sahen sich die Veranstalter so genötigt, dem Etikett entsprechend zu agieren. Nach heftigem Protest aus der Kulturszene lud die Berlinale-Leitung fünf AfD-Abgeordnete, die protokollgemäß auf der Gästeliste zur Eröffnungsgala gelandet waren, wieder aus – ein Akt, mit dem sich wiederum nicht jeder einverstanden zeigte. Jury-Mitglied Christian Petzold distanzierte sich. «Wir sind keine Feiglinge», sagte er in der Pressekonfe -renz.
«Wenn wir es nicht aushalten, dass fünf Personen von der AfD im Publikum sitzen, werden wir unseren Kampf verlieren.» Die Eröffnungsgala wurde zu einem Reigen der politischen Bekundungen: gegen Krieg, gegen Antisemitismus, gegen den Rechtsruck, für Haltung zeigen, Brücken bauen, das Gespräch suchen. Es gab jede Menge Buttons, Handy -lichterketten, leidenschaftliche Bekundungen rund um diese Berlinale. Aber wie viel Politik würde wirklich zu finden sein in diesen immerhin 239 Filmen aus 80 Produktionsländern, diesem «Spiegel unserer Welt», wie Festival-Geschäftsführerin Mariette Rissenbeek sagte?
Das liegt natürlich im Auge des ...
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Theater heute April 2024
Rubrik: Berlinale, Seite 42
von Barbara Burckhardt
Im Alltag kleiner Dinge lauert hier manchmal das Abenteuer. Und das Theater steht mittendrin: in der Heidelberger Altstadt. Gleich nebenan ziehen Legionen von Touristen vorbei, vom Bismarckplatz herauf durch die Hauptstraße, an der Uni vorbei und am «Güldenen Schaf», hin zur Heiliggeistkirche; und die Sprachen aus der Fremde mischen sich mit den fremden Sprachen,...
Frau und Mann haben ein Kind gezeugt. Das kommt gemäß evolutionärem Istzustand vor, nur nicht immer mit Bedacht. Das Tröstliche an so einem Ereignis ist der schier übermenschliche Wille zur Harmonie, der jede noch so brüchige Bindung in Heilwolle wickelt. Das hilft. In den ersten paar Wochen.
In Freiburg badet das gebärfreudige Jungbürgertum dann gern an...
Sprachlos! Gar nichts sagen? Nein, das kann ich nicht, auch wenn ich mich so fühle, aber ohne Worte dich gehen lassen möchte ich, will ich nicht. Denn wir haben doch so viel ge -sprochen, und so viele Worte hast du geschrieben, die mich so berührt, so überrascht, so zum Lachen gebracht haben.
Was hast du geschrieben und geschrieben, jeden Tag, jeden Tag brachtest...
