Der Schattenmann

Christoph Nußbaumeder «Im Schatten kalter Sterne»

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Dieses neue Stück von Christoph Nußbaumeder ist eine Reise ins Herz der waffenproduzierenden Industrie – dorthin, wo die Kriege von morgen bereits heute geführt werden. Es geht um künstliche Intelligenz und autonome Waffentechnik. Nußbaumeder bindet das hochkomplexe und po­litisch brisante Thema an die persönliche Verantwortung des Einzelnen. «Der junge Held arbeitet als Programmierer für eine Rüstungs­firma, bekommt ein schlechtes Gewissen und muss seine Glücksansprüche abwägen», so fasst der Autor in einem Satz die Handlung zusammen.

Dass daraus ein kraftvolles, lebendiges und überzeugendes Theaterstück geworden ist, hat zwei Gründe. Christoph Nußbaumeder konnte detail- und kenntnisreich schreiben, denn er weiß über seinen Gegenstand genau Bescheid. Er hat intensiv vor Ort recherchiert und sich parallel dazu gründlich in die Zusammenhänge zwischen Kapitalismus und Krieg eingelesen. Einen spannenden Einblick in die Vorarbeiten bietet Nußbaumeders Aufsatz «Vielleicht Polanyi» im Logbuch des Suhrkamp Verlags, wo er mit Karl Polanyis «The Great Transformation» eine seiner Quellen nennt. Zweitens ist ihm ein theatralischer Coup eingefallen, der seinen Text mittels Fantasie über ein ...

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Theater heute Jahrbuch 2018
Rubrik: Neue Stücke der neuen Spielzeit, Seite 176
von Jürgen Popig und Holger Schultze

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