Der Schattenmann
Dieses neue Stück von Christoph Nußbaumeder ist eine Reise ins Herz der waffenproduzierenden Industrie – dorthin, wo die Kriege von morgen bereits heute geführt werden. Es geht um künstliche Intelligenz und autonome Waffentechnik. Nußbaumeder bindet das hochkomplexe und politisch brisante Thema an die persönliche Verantwortung des Einzelnen. «Der junge Held arbeitet als Programmierer für eine Rüstungsfirma, bekommt ein schlechtes Gewissen und muss seine Glücksansprüche abwägen», so fasst der Autor in einem Satz die Handlung zusammen.
Dass daraus ein kraftvolles, lebendiges und überzeugendes Theaterstück geworden ist, hat zwei Gründe. Christoph Nußbaumeder konnte detail- und kenntnisreich schreiben, denn er weiß über seinen Gegenstand genau Bescheid. Er hat intensiv vor Ort recherchiert und sich parallel dazu gründlich in die Zusammenhänge zwischen Kapitalismus und Krieg eingelesen. Einen spannenden Einblick in die Vorarbeiten bietet Nußbaumeders Aufsatz «Vielleicht Polanyi» im Logbuch des Suhrkamp Verlags, wo er mit Karl Polanyis «The Great Transformation» eine seiner Quellen nennt. Zweitens ist ihm ein theatralischer Coup eingefallen, der seinen Text mittels Fantasie über ein ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Jahrbuch 2018
Rubrik: Neue Stücke der neuen Spielzeit, Seite 176
von Jürgen Popig und Holger Schultze
Mitten in der Wüste von Nevada treffen vier junge Menschen an einer Stelle aufeinander, die man die «Quellen der Unsterblichkeit» nennt. So heißt es. Es ist ein Loch in der Erde, ein tiefer Spalt, der alle Größen des Silicon Valley zu ihren bahnbrechenden Ideen inspiriert hätte. Larry Page und Sergey Brin hätten hier die Eingebung bekommen, Google zu erfinden, Jack...
Donald Trump, der in Elfriede Jelineks «Am Königsweg» namentlich nicht genannt wird und um den sich doch das ganze Stück dreht, hat in dieser Saison viele Theatermacher, Zuschauer und Kritiker in Atem gehalten. Vielleicht deshalb haben sie ihn und sich in «Am Königsweg» wiedergefunden und den Text mit 9 Stimmen zum Stück des Jahres gewählt – vor Ewald Palmetshofers...
Auf Tripadvisor hätte das Hotel Strindberg schlechte Karten. Die Zimmer sind zwar auf Vier-Sterne-Niveau ausgestattet, aber leider nur über ein Notstiegenhaus zu erreichen; der Aufzug ist nämlich schon seit Jahren defekt, und anscheinend denkt man gar nicht daran, ihn reparieren zu lassen. Auch, dass es sich im Prinzip um ein Nichtraucherhotel handelt, wird hier...
