Der poröse Stoff namens Realität
Am Rande eines unwirtlichen Platzes, eines verkehrsumtosten, heißen, öden Steinquadrats, steht ein sorgsam geschichteter Wall aus Sperrmüll. Auf zwei klapprigen Bürostühlen, eingepasst in diesen Wall, sitzen zwei Personen mit weißen T-Shirts und weißen Masken, Regenschirme schützen sie vor der brennenden Sonne. In einem Regal liegt Lesestoff zum verstorbenen Dramatiker Marin Sperr, auf einem Kühlschrank daneben hingestreuselte Plastikblumen, am Boden eine Sammlung von Elefantenfiguren aus Porzellan und Plüsch.
Ein mittelalter Mann in zu engen Jeans kniet sich nieder und arrangiert die Elefanten um. Eine Frau stellt sich einen Blumenstrauß zusammen. Das Kunstwerk wird reorganisiert und geplündert: Die neue Arbeit des bildenden Künstlers Thomas Hirschhorn heißt «SPERR» und hat sich am Wiesbadener Faulbrunnenplatz niedergelassen, auf der Grenze zwischen der jugendstilhübschen Innenstadt und dem migrantisch geprägten Westend mit seinen 1960er-Jahre-Bauten, dort, wo Trinker in den Ecken ihren Rausch ausschlafen. Kein Schild weist die Kunst als solche aus, doch einzelne Buchstaben auf Möbelstücken und den T-Shirts der Sitzenden ergeben das Wort «Wirklichkeit».
Weiter im Zentrum: Europa
D ...
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Theater heute Oktober 2016
Rubrik: Festivals, Seite 39
von Esther Boldt
In diesen ersten Monaten des Exils schmerzte Kerr nicht nur die Trennung von Berlin. Er wartete auf Stimmen der zurückgelassenen Freunde und nahm nun wahr, dass manche von denen, die er zu seinen besten Freunden rechnete und die ihn «Freund» nannten, nichts mehr von ihm wissen wollten. Am tiefsten erschütterte ihn die Reaktion des von ihm so verehrten Gerhart...
Personen
Elisabeth Lear Industriemagnatin in fortgeschrittenem Alter, Erbin und alleinige Besitzerin des ehemaligen Baukonzerns Lear A, jetzt: des internationalen Mischkonzerns Lear Inc.
Robert Kent seit Jahrzehnten Lears rechte Hand bei allen Geschäften
Gregory Lears ältester Sohn
Hendrik zweitältester Sohn
Cornal jüngster Sohn
Connie Gregorys Frau
Alma Hendriks...
Hundehalter mit schnüffelnden Vierbeinern haben sie angequatscht, die Nächte unter den Brücken waren zugig und die Frau im Backshop freundlich, als sie ihr abends das restliche Brot gab. Als sie dann «fast» eine Nahtoderfahrung hatte, ging ihr das doch ziemlich nahe. So ein blitzendes Messer findest du schließlich nicht alle Tage, und es schien ja auch alles prima...
