Der konservative Harlekin
Das Theater, wie Olivier Py es sieht, ist ein Harlekin. Ewig jung, kokett, unzuverlässig, im buntgescheckten Kleid. Seine große Liebe – es ist schwierig – der erzählende Autor. Es gibt daneben noch weitere On-Off-Beziehungen, zur Poesie, zur Macht, zur katholischen Kirche (wir sind in Frankreich), zur Revolution. Seine Mutter ist die tragische Diva, sein Adoptivvater der Staat. So stellt sich die Familie in «Ma Jeunesse exaltée» (Meine überhöhte Jugend) auf: in einer queeren Allegorie, die wie das ausschweifende Resümee von Pys bisherigem Œuvre an -mutet.
Er beschließt damit seine Amtszeit als Leiter des Festivals von Avignon. Zehneinhalb Stunden dauert «Ma Jeunesse exaltée», von Anfang Nachmittag bis über Mitternacht hinaus, und erzählt vier Episoden aus dem Leben und Nachleben dieses Pariser Harlekins, der das Establishment mit komödiantischer Chuzpe reinlegt.
Es sind schöne Stunden, das Publikum bleibt auf den Sitzen und applaudiert am Ende stehend. Die vielstündigen Theaterströme, in die man so richtig eintauchen kann, manchmal bis zum Morgengrauen und darüber hinaus, gehören zu Avignon. Man kommt um sieben oder acht Uhr morgens aus dem Theater und begegnet einer absurden ...
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Theater heute 10 2022
Rubrik: Aufführungen, Seite 14
von Andreas Klaeui
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AACHEN, GRENZLANDTHEATER
28. Seethaler, Der Trafikant
R. Christoph Biermeier
AALEN, THEATER DER STADT
8. Cooney, Außer Kontrolle
R. Tonio Kleinknecht
ALTENBURG/GERA, TPT
2. Haidle, Alles muss glänzen
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2. King, Foxfinder
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21. Ibsen, Stützen der Gesellschaft
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31. Sommerfeldt, Das perfekteste Tier des...
