Der kommende Schrott
Im deutschen Wald riecht es würzig. Fledermäuse schießen durch die Sommerabendluft, und der aufgehende Vollmond gießt milchiges Licht über die grasbewachsenen Militärflugzeughangars, deren Pforten so aussehen, als fange dahinter die Unterwelt an. Doch der schwarzromantische Schein der Idylle trügt. Im Wald von Neuhardenberg ist die Kunst ausgebrochen.
Ein Muezzin ruft, Schweine brüllen durchdringend in Todesangst.
In den Schuppen und Scheunen am Rande des ehemaligen NVA-Flughafens wird zu Wagnerklängen der Gral bewacht und ein Fisch-Hase verehrt, die Mondlandung gedreht und Demokratie zerstört, ein Huhn nach Afrika verschickt und ein Hitler-Stalin-Pornogezeigt. Christuskreuze und Wohnzimmerlampen markieren den Wegesrand, ein angeknackstes Adorno-Tape definiert vom Lagerhochsitz herab den Kapitalismus, Adriano Celentano plärrt gegenüber «Azzuro», und selbst der «Führer» (Horst Gelonneck) irrt durchs kunsthungrige Publikum von «Odins Parsipark». Nachdem in den vergangenen Jahren der Schauspieler Martin Wuttke für die Stiftung Neuhardenberg mit gehobenem Sommertheater die Berliner Saison eingeleitet hat, lud dieses Jahr Christoph Schlingensief in den Voodoozauberzoo seiner «modernen ...
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Am spannendsten ist das Theater, wenn Text und Bild nicht zusammen zu passen scheinen. Was, zum Beispiel, hat es zu bedeuten, wenn in einer durch und durch sauberen Stadt wie Salzburg an jeder Ecke Plakate kleben, auf denen «Wir, die Barbaren» geschrieben steht? Noch verwirrender wird’s, wenn man das Kleingedruckte liest: Die Plakate werben für das...
Das Sommerloch im Theater – die Spielzeitpause ohne Aufführungen – hat längst ausgedient. Wo andernorts Freilichttheater mit publikumswirksam aufbereiteten Klassikern drohen, durften sich die Kölner allerdings zum zweiten Mal ins Ferienlager begeben, um Uraufführungen von jungen Gegenwartsautoren zu entdecken. Einen wunderbaren Blick über die Stadt gab es auf dem...
Fritz hat Christine an die Wand gedrückt. Rums. Keuchend küsst er sie hysterisch ab, klebt sich an ihren Körper, der wie leblos alles über sich ergehen lässt. Wild wirft er ihre Arme nach oben über ihren Kopf, doch statt in rasende Verzückung zu verfallen, lässt sie ihre Arme teilnahmslos und schlaff einfach wieder an ihrem Körper nach unten sinken. Fast schon...
