Der gefallene Engel
Mit Helmut Berger, der nur kurz vor seinem 79. Geburtstag in Salzburg gestorben ist, hatte ich vor etlichen Jahren einmal einen Abend und eine halbe Nacht verbracht. Nicht allein. Vielmehr mit einer unverhofften, alsbald unheimlichen Gesellschaft – im Schatten, im Zwielicht der italienischen Mafia. Davon später noch. Merkwürdig. Man stellt sich den einstigen Weltkinostar Helmut Berger in der Erinnerung eher als Theaterfigur vor. Eine zwischen Schmiere und Tragödie, zwischen furiosem Drama und schierem Klamottentand.
Tatsächlich hatte er etwas in jedem Sinn Theatralisches und war wohl auch im Leben ein dauernder Performer.
Wenn Berger nicht zu betrunken oder vollgekokst war, trat er gerne als scheinbar gelangweilter Komödiant auf, der im zunehmenden Alter selbst seine immense Eitelkeit mit nölend blasiertem, das Deutsch-Österreichische mit Englisch, Italienisch, Französisch mixendem Ton in jederzeit unberechenbaren Volten auch selbst karikierte. So hat er als Gast der «Harald-Schmidt-Show», die ja immer ein Fernsehtheater war, den sonst kaum erschütterbaren Dirty Harry einmal in wenigen Minuten glatt an die Wand gespielt. Wie ein Bühnentier, denkt man.
Umso überraschender, dass ...
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Theater heute Juli 2023
Rubrik: Nachruf, Seite 56
von Peter von Becker
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Rot oder grün? Farblich aufgeteilt hat Lucia Bihler ihre Inszenierung von Euripides’ unglückseligen «Troerinnen», die von den Griechen versklavt, vergewaltigt, ihrer Kinder beraubt werden. Aufkleber schicken das Publikum in verschiedene Zeiten: Die rote Gruppe landet im Saal unter Kopfhörern, bei Kassandra (Alina Heine), die, kurz vor ihrem Tod, in die Zukunft...
DRESDEN, ALBERTINUM/ STÄDTISCHE GALERIE bis 13.8.,
«Ich halte doch nicht die Luft an.» Cornelia Schleime – frühe Werke / Cornelia Schleime «ich lass mich nicht spannen – lass mich nicht flechten»
Parallel stattfindende Ausstellungen zeigen Schleimes zwischen 1982 und 1984 produzierte experimentelle Super-8-Filme und ihre fotografisch festgehaltenen...
