Der Ensemble-Solist
Ensemblesolist – das ist ein Fundstück, ein Ausdruck, mit dem schon vor Jahren ein Kritiker Ulrich Matthes beschrieben hat, und da ist was dran. Solist klingt für Theaterleute ja nicht so angenehm, eher eitel. Da will sich einer nicht fügen und ist sich selbst genug. Musiker hören das anders, und Ulrich Matthes ist sehr musikalisch. Er ist ein überzeugter Ensemblespieler, aber er verschwindet nicht im Ensemble, sondern macht es stark.
Als er 2002 für eine Rolle ans Deutsche Theater kam, war er Gast, und daraus entwickelte sich eine Bindung, sozusagen ein festes Verhältnis, das für ihn und das Haus sehr wichtig ist. Und ungewöhnlich. Denn die gegenteilige Bewegung – dass Schauspieler Ensembles verlassen, um «frei» zu sein für Film und Fernsehen und gelegentlich Theater – beklagen wir seit Jahren. Matthes sagt, er brauche ein Zuhause (das ist ein bisschen sentimental, und das weiß er und geniert sich nicht dabei), und nur einmal hat er wirklich bereut, dass er sich durch Ensemblepflichten hat hindern lassen, etwas anderes zu tun: Er hätte James-Bond-Bösewicht sein können, Bösewicht mit Weltwirkung – damit sich endlich auch erfüllt, was der weiland Kinderdarsteller Uli M., so mit ...
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Theater heute Jahrbuch 2008
Rubrik: Die Schauspieler des Jahres, Seite 112
von Bernd Wilms
Für den Titel ihres neuen Stückes greift die serbische Dramatikerin Biljana Srbljanovic tief in die Begriffskiste der religiösen und spirituellen Mythologie: Dort steht «Barbelo» mal generell für (religiöse) Offenbarung, mal, wie bei den Gnostikern, für «die Mutter alles Lebenden», und schließlich wird damit schlicht und sehr konkret auch die Gebärmutter...
Was Theaterkritiker über Jürgen Goschs «Onkel Wanja»-Inszenierung denken, ist zwar wie üblich nicht einheitlich, aber doch sehr eindeutig: Sie haben sie mit großem Vorsprung zur Inszenierung des Jahres gewählt!
Wir haben drei Schauspieler – Constanze Becker, Jens Harzer und Ulrich Matthes – gefragt, wie es dazu kam: ganz einfach und ziemlich kompliziert....
Was für ein schöner Titel: «Theater des Jahres 2008». Dankeschön, liebe Kritiker! Wir werden dieses Prädikat feiern, und Bernd Wilms, der im Abgehen ausgezeichnete Intendant, wird zum Anstoßen auf seiner alten West-Ost-Route von Charlottenburg nach Mitte in die Schumannstraße geradelt kommen. Glückwünsche werden jederzeit gerne entgegengenommen, unsere Grafik...
