Der dritte Weg
Man hat sich schon oft gefragt, wo die DDR geblieben ist. Einzelne Leichenteile konnten in bisher 50 Folgen der ZDF-Serie «Der letzte Zeuge» auf dem Seziertisch der Gerichtsmediziners Dr. Robert Kolmaar in Augenschein genommen werden, im Hauptabendprogramm. Es handelte sich dabei nicht um tragende Säulen des ideologischen Skeletts, sondern um Fetzen des emotionalen Bindegewebes. Vor allem ging es um Blicke aus den müden Rehaugen von Ulrich Mühe (Dr. Kolmaar) und aus dem Mundwinkel fallengelassene Lässigkeiten von Jörg Gudzuhn (Kriminalhauptkommissar Joe Hoffer).
Der Regisseur Bernhard Stephan hat schon für die Defa gearbeitet, der Drehbuchautor Gregor Edelmann mit Vera Oelschlegel das «Theater des Ostens» gegründet. Im ZDF-Underground beschäftigt sich die Gruppe mit Sinnstiftung und Ennui. Nebenbei bildet sie ein Auffangbecken für Theaterschauspieler auf der Suche nach dem gewissen Euro extra. In der 50. Folge kam es so zu Auftritten von Johann Adam Oest als suizidalem Arzt und Milena Cordelia Wege als rasende Reporterin mit exhibitionistischen Zügen.
Hält man die vor dem «Letzten Zeugen» im Programm platzierte Münchner Krimiserie «Siska» mit Wolfgang
Maria Bauer als ermittelndem ...
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I
mensch bin ich keiner oder höchstens im üblichen sinn – der satz korrespondiert mit marthas erkenntnis, daß ihr mann ein dressierter aff sei, also nicht mal ein mensch im üblichen sinn.
die geschichte vom NEST hab ich schon mal mit 15 oder 16 jahren geschrieben; allerdings pubertär schwülstig, obwohl der hintergrund deutlich war: die in die nachkriegszeit...
Ende Mai 1969 erhielt der Westdeutsche Rundfunk in Köln mehrere hundert empörte Anrufe und Briefe von Hörern, denen Stimmen aus dem Radio seltsame Dinge befohlen hatten. «Lecken Sie beim Hören die Schaltknöpfe ihres Radios!» hatte der Ansager sie aufgefordert, «Pressen Sie ihren nackten Bauch gegen Ihre Fernsehmattscheibe!», «Stechen Sie sich mit einer Nadel...
Vor ein paar Wochen lag am Bühneneingang der Brief einer Zuschauerin, deren begeistertes Lob für die Vorstellung von «Virginia Woolf» in dem Satz gipfelte: «Wie schön, endlich mal wieder ein Abend nur mit wunderbaren Schauspielern ganz ohne Regie!» – Hierbei handelt es sich ganz offensichtlich um den Fall des unterschätzten Regisseurs. Das ist ja heutzutage eher...
