Der Dealer und sein Kunde
Gott, ausgerechnet Karel Gott muss der Teufel knödelnd imitieren, wenn er «Einmal um die ganze Welt» singt und sich aufmacht, Faust das richtige Leben nach dessen vergrübelt falschem zu zeigen. Dass der Trip dann alles andere als eine Vergnügungsfahrt wird, trotz der versprochenen kurzweiligen Grillen-Vertreibungen, kann man sich bei diesem undurchsichtigen Touristik-Manager eigentlich denken.
Zudem wird sich die Reiserücktrittsversicherung, die der studierte und wissensgebeugte Faust mit seinem spritzenden Blut mehr notgeil als überlegt besiegelt hat, im Jenseits als Knebelvertrag herausstellen. Aber bis dahin ist noch ein weiter Weg. Einstweilen und auf Erden will und soll er in vollen Zügen genießen. Und wenn er moralisch am Ende auch auf der Strecke bleibt: Faust hat zumindest mal was ganz anderes gesehen als immer nur dröge, dicke Bücher.
Zumindest im Deutschen Nationaltheater in Weimar. Denn dort hat sich Hasko Weber (aus Stuttgart kommend) als neuer Intendant zum Einstand das Werk vorgenommen, das wie kein anderes mit der alten Musenstadt und ihrem prominenten Bewohner in Verbindung gebracht wird: Goethes «Faust I», und zunächst einmal der Tragödie ersten Teil. Wollte Weber ...
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Theater heute Oktober 2013
Rubrik: Aufführungen, Seite 24
von Bernd Noack
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